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Starke Predigten

1. Neues Testament

Matthäus 5, 21 – 48 (Ausschnitte aus der Bergpredigt Jesu)

Ihr habt gehört, daß es im Gesetz des Mose heißt: 'Du sollst nicht töten! Wer aber einen Mord begeht, muß vor ein Gericht.' Doch ich sage euch: Schon wer auf seinen Bruder zornig ist, den erwartet das Gericht. Wer zu seinem Bruder 'Du Idiot!' sagt, der wird vom Obersten Gericht abgeurteilt werden, und wer ihn verflucht, dem ist das Feuer der Hölle sicher.

Wenn du während des Gottesdienstes ein Opfer bringen willst und dir fällt plötzlich ein, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, dann laß dein Opfer liegen, gehe zu deinem Bruder und versöhne dich mit ihm. Erst danach bringe Gott dein Opfer.

«Wie ihr wißt, heißt es im Gesetz: 'Du sollst nicht die Ehe brechen!' Ich sage euch aber: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.

Wenn dich also dein rechtes Auge verführt, dann reiß es heraus und wirf es weg! Besser, du verlierst eins deiner Glieder, als daß du heil und unversehrt in die Hölle geworfen wirst.

Und wenn dich deine rechte Hand verführt, Böses zu tun, so hack sie ab und wirf sie weg! Es ist besser, ein Krüppel zu sein, als mit Haut und Haaren in die Hölle geworfen zu werden.»

«Bisher hieß es: 'Wenn sich jemand von seiner Frau trennen will, soll er ihr eine Scheidungsurkunde geben.'

Ich sage euch aber: Wenn ein Mann sich von seiner Frau trennt, obwohl sie ihn nicht mit einem anderen Mann betrogen hat, so treibt er sie zum Ehebruch. Und wer eine geschiedene Frau heiratet, der begeht auch Ehebruch.»

«Ihr kennt auch diese Anweisung des Gesetzes: 'Du sollst keinen Meineid schwören, sondern das halten, was du vor Gott versprochen

hast.'

Ich sage euch aber: Schwört überhaupt nicht! Wenn jemand sagt: 'Der

Himmel ist mein Zeuge!', so mißbraucht er Gottes himmlischen Thron für seine weltlichen Geschäfte. .....

Verbürge dich auch nicht mit deinem Kopf für etwas, denn du kannst

ja nicht einmal ein einziges deiner Haare weiß oder schwarz wachsen lassen.

Sage einfach 'Ja' oder 'Nein'. Alle anderen Beteuerungen zeigen nur, daß du dich vom Bösen bestimmen läßt.»

«Es heißt auch: 'Wer einem anderen ein Auge ausschlägt, muß dafür

mit seinem eigenen Auge büßen. Wer einem anderen einen Zahn ausschlägt, dem soll das gleiche geschehen.'

Ich sage euch aber: Wehrt euch nicht, wenn euch Böses geschieht! Wenn man dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch noch hin!

Wenn einer dir dein Hemd nehmen will, so gib ihm auch noch den Mantel!

Wenn einer von dir verlangt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann gehe zwei Meilen mit ihm!

Gib dem, der dich um etwas bittet, und auch dem, der etwas von dir leihen will.

Es heißt bei euch: 'Liebt eure Freunde und haßt eure Feinde!'

Ich sage aber: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch hassen und verfolgen!

Auf diese Weise handelt ihr nämlich als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne für die Bösen wie für die Guten scheinen, und er läßt es regnen für Fromme und Gottlose.

Wollt ihr etwa noch dafür belohnt werden, wenn ihr die liebt, die euch auch lieben? Das tun sogar die, die Gott verachten!

Wenn ihr nur euren Freunden liebevoll begegnet, ist das etwas Besonderes? Das tun auch die, die von Gott nichts wissen.

Ihr aber sollt so vollkommen sein wie euer Vater im Himmel.»

 

 

2. Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 2 (Ausschnitte aus der Predigt zu Pfingsten)

 

Zum Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren alle Jünger wieder beieinander. Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten.

Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem

einzelnen von ihnen niederließ.

So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie redeten in fremden Sprachen; denn der Geist hatte ihnen diese Fähigkeit gegeben.

Zum Fest waren viele gottesfürchtige Juden aus aller Welt nach Jerusalem gekommen.

Sie liefen von allen Seiten herbei, als das geschah. Fassungslos hörte jeder die Apostel in seiner eigenen Sprache reden. «Wie ist das möglich?», riefen sie außer sich. «Alle diese Leute sind doch aus Galiläa, und dennoch reden sie in unserer Muttersprache. Wir sind Juden oder Anhänger des jüdischen Glaubens, Kreter und Araber. Doch jeder von uns hört diese Männer in seiner eigenen Sprache von Gottes großen Taten reden!»

Bestürzt und ratlos fragte einer den anderen: «Was soll das bedeuten?»

Einige aber spotteten: «Die haben doch nur zuviel getrunken!»

Da erhob sich Petrus mit den anderen elf Aposteln und rief der Menge

zu: «Hört her, ihr jüdischen Männer und ihr Einwohner von Jerusalem. Ich will euch erklären, was hier geschieht.

Diese Männer sind nicht betrunken, wie einige von euch meinen. Es ist ja erst neun Uhr morgens.

Nein, hier erfüllt sich, was der Prophet Joel vorausgesagt hat. Bei ihm heißt es: 'In den letzten Tagen, spricht Gott, will ich allen Menschen meinen Geist geben. Eure Söhne und Töchter werden aus göttlicher Eingebung reden, eure jungen Männer werden Visionen haben und die alten Männer bedeutungsvolle Träume.

Allen Männern und Frauen, die mir dienen, will ich meinen Geist geben, und sie werden in meinem Auftrag reden. ......

Hört her, ihr Männer lsraels! Wie ihr alle wißt, hat Jesus von Nazareth in Gottes Auftrag mitten unter euch viele mächtige Taten, Zeichen und Wunder gewirkt. Gott selbst hat es also durch ihn getan.

Aber Jesus wurde durch Verrat an euch ausgeliefert, und ihr habt ihn mit Hilfe der ungläubigen Römer ans Kreuz genagelt und umgebracht. Doch genau so war es von Gott vorausbestimmt.

Diesen Jesus hat Gott auferweckt und damit die Macht des Todes gebrochen. Wie hätte auch der Tod über ihn Gewalt behalten können! ...

Liebe Brüder! Laßt es mich ganz offen sagen: Unser Vater David ist gestorben, und er wurde begraben. Sein Grab kann man heute noch sehen.

Gott hatte ihm aber mit einem Eid geschworen, einer von Davids Nachkommen werde als König auf seinem Thron sitzen. .....

Diesen Jesus hat Gott von den Toten auferweckt. Das können wir alle

bezeugen.

Nun hat Gott ihn zum Herrscher eingesetzt. Er empfing vom Vater den Heiligen Geist und gab ihn uns, wie es vorausgesagt war. Ihr seht und hört jetzt selbst, daß es in Erfüllung gegangen ist. ......

Kein Mensch in ganz Israel kann jetzt noch daran zweifeln: Gott hat Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Retter gemacht.»

Tief betroffen wollten die Zuhörer von Petrus und den anderen Aposteln wissen: «Brüder, was sollen wir tun?»

«Ändert euch und euer Leben! Wendet euch Gott zu!» forderte Petrus sie auf. «Laßt euch auf den Namen Jesu Christi taufen, damit euch Gott eure Sünden vergibt und ihr den Heiligen Geist empfangt. ....

Viele Zuhörer glaubten, was Petrus ihnen sagte, und ließen sich taufen. Etwa dreitausend Menschen wurden an diesem Tag in die Gemeinde aufgenommen.

 

2. Neues Testament

Apostelgeschichte, Kapitel 22

Verse 1 – 23

Paulus Verteidigungsrede in Jerusalem

Paulus rechtfertigt sich vor den Juden: «Ihr Männer, liebe Brüder und Väter! Hört euch an, was ich zu meiner Verteidigung sagen möchte.» Als die Juden merkten, daß Paulus in ihrer Sprache zu ihnen redete, wurden sie noch stiller, und er konnte ungehindert weitersprechen: «Ich bin Jude, geboren in Tarsus, einer Stadt in Zilizien. Erzogen wurde ich hier in Jerusalem. Als Schüler Gamaliels habe ich gelernt,

streng nach dem Gesetz unserer Väter zu leben. Ebenso wie ihr wollte ich nichts anderes, als Gottes Gebote erfüllen. Deshalb habe ich diese neue Lehre auch bis auf den Tod bekämpft. Männer und Frauen ließ ich festnehmen und in das Gefängnis werfen. Das können der Hohepriester und der ganze Hohe Rat bezeugen.

Von ihnen bekam ich die Empfehlungsschreiben für die jüdische Gemeinde in Damaskus. So wollte ich erreichen, daß auch die Christen in dieser Stadt gefesselt hierher nach Jerusalem gebracht und bestraft werden sollten.

Als ich auf dieser Reise Damaskus schon fast erreicht hatte, umgab mich zur Mittagszeit plötzlich vom Himmel her ein strahlend helles Licht. Ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme: 'Saul, Saul, warum verfolgst du mich?' Voller Schrecken fragte ich: 'Wer bist du, Herr?' und hörte als Antwort: 'Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst.'

Meine Begleiter sahen genauso wie ich das Licht, aber sie hörten nicht, was gesagt wurde.

'Was soll ich tun, Herr?' fragte ich nun, und der Herr antwortete mir: 'Steh auf! Geh nach Damaskus. Dort wird man dir sagen, welche Aufgabe du übernehmen sollst.'

Von dem hellen Licht war ich so geblendet, daß ich nicht mehr sehen konnte und meine Begleiter mich nach Damaskus führen mußten.

Dort lebte ein Mann, der Ananias hieß. Er war fromm und erfüllte Gottes Gebote so genau, daß er bei allen Juden in Damaskus hoch angesehen war.

Dieser Mann kam zu mir und sagte: 'Lieber Bruder Saul, du sollst wieder sehen können!' Und sofort konnte ich wieder sehen.

Dann erklärte er mir: 'Der Gott unserer Väter hat dich erwählt, seinen Willen zu erkennen, seinen Sohn zu sehen und ihn zu hören.

So wirst du vor allen Menschen sein Zeuge sein, weil du ihn selber gesehen und gehört hast.

Zögere also nicht länger! Laß dich taufen und von deinen Sünden reinigen, indem du dem Herrn deine Schuld bekennst.'

Ich kehrte nach Jerusalem zurück. Eines Tages betete ich im Tempel. Da erschien mir der Herr in einer Vision und sagte: 'Beeile dich und verlasse Jerusalem so schnell wie möglich, denn niemand wird dir glauben, was du von mir sagst.'

'Herr', antwortete ich, 'aber alle wissen doch, daß ich die in das Gefängnis werfen und in den Synagogen auspeitschen ließ, die an dich glaubten.

Als dein Zeuge Stephanus getötet wurde, habe ich sogar voller Genugtuung zugesehen und die Kleider seiner Mörder bewacht.'

Doch der Herr befahl: 'Geh, denn ich will dich weit weg zu den Heiden senden.'»

Bis dahin hatten alle Paulus ruhig angehört. Doch nun begannen sie

zu toben: «Weg mit ihm! Er darf nicht länger leben!» Voller Empörung zerrissen sie ihre Kleider und wüteten, daß der Staub hoch aufwirbelte.