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|  Petra Achenbach, 42 Jahre, verheiratet, 2 Söhne, Hausfrau
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| Heute ist der Tag

Ich bin als zweites von fünf Kindern in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem christlicher Glaube nicht gelebt wurde. Ich weiß nicht genau, ob meine Mutter vielleicht doch glaubte. Sie hat uns ein einziges Mal die Ostergeschichte, den Tod und die Auferstehung Jesu vorgelesen.
In unserer Familie herrschte viel Angst und Not. Mein Vater was Alkoholiker und sehr brutal. Wir hatten alle große Angst vor ihm. Meine Mutter war zu schwach, um sich durchzusetzen. Mein ältester Bruder war an Kinderlähmung erkrankt, meine jüngere Schwester starb mit einem Jahr an Rückenmarkaustritt. Da mein Vater oft im Alkoholrausch zuschlug und meine Mutter sich nicht wehrte, übernahm ich die Verantwortung und setzte mich gegen die Angriffe meines Vaters zur Wehr. Ich versuchte, meine Familie so gut es ging zu schützen. Oft flüchteten wir zu Verwandten oder Freunden, weil wir Angst um unser Leben hatten.
Da ich meinen Vater zu der Zeit haßte, haßte er auch mich und nannte mich "Drecksau". Ich wäre diejenige, die die Familie kaputtmache.
Mit 17 Jahren zog ich aus dem Elternhaus aus, um meinen Schuldgefühlen, die sich aufgestaut hatten - ich hätte die Ehe meiner Eltern kaputtgemacht - zu entkommen. Mit 19 Jahren lernte ich meinen jetzigen Ehemann kennen, zwei Jahre später heirateten wir.Alles lief ganz gut, wir hatten Freunde, bekamen zwei Prachtsöhne - bis ich 1986 in eine schwere Erschöpfungsdepression fiel.
Eine liebe Freundin - sie ist Christin - gab mir zu der Zeit einen Vers mit, an dem ich mich festhalten sollte: "Gott gibt dir nur soviel auf, wie du tragen kannst."
Ich provozierte Gott damit, indem ich sagte: "Ja Gott, wenn es dich gibt - du siehst ja, ich bin zweifache Mutter, die Kinder andauernd krank, der Jüngere schreit viel, macht die Nacht zum Tage, der Haushalt, die viele Wäsche etc."
Der ältere Sohn bekam zu guter Letzt dann noch eine Salmonellenvergiftung. Da war dann meine letzte Kraft am Ende und ich brach zusammen.
Gott - und nun?
Liebe Freunde nahmen mich mit dem Jüngsten auf. Der Ältere wurde von einer Verwandten versorgt, etwas später hatten wir eine Familienpflegerin.
In diesem Jahr fanden in Mülheim Gottesdienste in einem Zelt statt. Als es mir wieder besser ging, genau zu Beginn dieser Evangelisation, ging ich fast zu jeder Veranstaltung, auch mit den Kindern zu den Kinderstunden. Ich sog die Predigten auf wie ein trockener Schwamm. Durch meine Freundin bekam ich die Möglichkeit, mit dem Prediger zu sprechen.
Ich weiß gar nicht mehr, was er gesagt hat. Ich wußte plötzlich, heute ist der Tag, an dem ich mich entscheiden muß - für Jesus oder gegen ihn. Ich übergab mein Leben Jesus Christus. Am gleichen Tag entschied sich mein Mann auch, mit Jesus zu leben.
Seitdem sind nicht alle Schwierigkeiten verschwunden, aber eins weiß ich ganz sicher, dass Gott einen Heilungsprozess in Gang gesetzt hat. Ein Teil des Heilungsprozesses war, dass ich meinen Eltern vergeben konnte. Ich will diesen Prozeß weiter gehen, weil ich weiß, dass Gott das Beste für mich will und auch hat.
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