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|  Günter Achenbach
44 Jahre, verheiratet, zwei Söhne, Polizeibeamter
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| Ein Gott, der liebt!

"Du bist ein verkappter Christ. Runter mit der Tarnkappe!"
Das sagte mir am 06.06.86 ein Evangelist bei einem Gespräch in einem Missionszelt, das in Mülheim stand. Ich war tief getroffen. Die Tarnkappe war doch so praktisch, man war kaum wahrnehmbar. Dass mich doch einer gesehen hat und zu allem Überfluß noch darauf ansprechen würde? Und was mache ich jetzt?
Ich bin seit meiner Kindheit mit Kirche in Berührung gewesen. Meine Mutter hatte mich zum Kindergottesdienst gebracht, später war ich in Jugendgruppen, habe mich als Mitarbeiter engagiert, viele fromme Sachen mitgemacht. Ich habe sehr viel von Gott und von Jesus gehört. Jesus hatte viele Menschen geheilt, Jesus hat gute Worte gefunden, Jesus lebte einen guten Lebensstil, Jesus starb am Kreuz und ist wieder auferstanden. Ich fand diese Geschichten ganz toll, aber was hatte das mit mir zu tun?
Wenn alle Menschen diese gute Lebensweise annehmen könnten, wäre es in der Welt doch viel besser. So war meine Meinung. Ich lebte doch schließlich auch eine gute Lebensweise. Na gut, man mußte nicht alles wörtlich nehmen, was in der Bibel stand. Das war doch eine ganz andere Zeit damals. Aber im großen und ganzen lebte ich tadellos. Gott erkannte ich auch als "höheres Wesen" an. Immerhin hatte er ja die Welt geschaffen.
Mittlerweile hatte ich geheiratet, zwei Söhne stellten sich ein. Es gab in dieser Zeit einige Jahre, in denen ich nicht in christlichen Kreisen war. Und währenddessen traf mich ein Satz aus der Bibel, der einen Denkprozeß bei mir auslöste. Dieser Satz steht im Johannesevangelium, 3. Kapitel im 16. Vers:
"Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben."
Ein Gott, der liebt? Das hieße ja, dass er eine Beziehung zu uns aufbauen will. Ein höheres Wesen, das sich herunterbeugt, das seinen Sohn gab? Was ist das ewige Leben überhaupt und wieso will er uns erretten?
Warum beschäftigte mich das so? Lag ich mit meiner Denkweise vom "guten, moralisch denkenden" Menschen falsch? Wenn Gott die Welt liebt und ich Teil dieser Welt bin, dann liebt er ja auch mich.
Das waren Gedanken, die sich in dieser Form das erste Mal so aufdrängten. Es waren Gedanken, die eine Entscheidung geradezu herausforderten. All das stürzte auf mich ein. In dieser Zeit gab es eine Krise in unserer kleinen Familie, die durch eine Krankheit ausgelöst wurde.
Ich bin ein introvertierter Mensch und machte alle meine Gedanken und Gefühle tief in meinem Inneren miteinander ab, auch die Gedanken an die Krise und die Gedanken über Gott. Tief in mir verborgen, versteckt vor der Öffentlichkeit.
Als wieder Licht zu sehen war in unserer Krise, nahm uns eine gute Freundin, die auch Christin ist, mit in das besagte Missionszelt. Dort hörte ich das, was ich schon einige Jahre früher gehört hatte. Ich muß besser sagen, was ich vor einigen Jahren überhört hatte, nämlich, wie Gott sich Beziehung zu uns vorstellt, wie er durch Jesus Beziehung zu uns gestalten kann und auch will.
An diesem Tag hatte ich den Eindruck, dass alles nur für mich gesprochen wurde. Irgendwann kam es dann auch zu dem Gespräch mit dem Redner des Abends, in dessen Verlauf er mir die Worte mit dem verkappten Christen und der Tarnkappe zurief. Ich habe die Tarnkappe danach abgezogen. Ganz vorsichtig vielleicht, stückchenweise. Ich bin das Abenteuer einer Beziehung mit Gott eingegangen. All die tollen Geschichten aus der Bibel hatten auf einmal eine Realität in meinem Leben, nicht mehr nur positive Aspekte der Lebensführung, sondern Wahrheit und Verbindlichkeit.
Und es ist nicht so, dass durch diese Beziehung alle Probleme mit einem Schwupps vom Tisch sind. Aber ich weiß jetzt, dass ich sie nicht mehr alleine lösen muß. Alle Probleme können auch nicht durch gute Freunde gelöst werden, wie ich auch leidvoll festgestellt habe.
Wie kann man denn eine Beziehung zu Gott haben, werden jetzt wohl einige fragen? Meine Erfahrung ist: Man muß sich dafür öffnen, sich diese Beziehung schenken lassen. Das mit dem ewigen Leben, wie es in dem Vers aus dem Johannesevangelium steht, ist für mich zu einer Gewißheit geworden,
Und darum glaube ich an Gott, und an seinen Sohn Jesus Christus. Übrigens: Meine Frau hat am gleichen Tag Gott so kennengelernt.
Mit Tarnkappe wäre das nicht passiert!
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