Die falsche Richtung korrigiert

Mit knapp 51 Jahren – das war Mitte 1988 – wurde mir sehr schmerzlich bewusst: Du bist in die falsche Richtung unterwegs!
Von einem Gespräch mit meinem Bruder, einem weithin anerkannten Psychologen, erhoffte ich mir zumindest eine Orientierungshilfe. Seine kategorische Diagnose: Für Menschen in Deinem Alter gibt es keine Möglichkeit, sich zu ändern. Du bist geprägt für den verbleibenden Rest.
Da saß ich in meinem Chefzimmer, gezielt abgeschirmt von der verständnisvollen Sekretärin, als Verantwortlicher über 40 Mitarbeiter – Diplom-Ingenieure und technische Hilfskräfte – und wusste selbst nicht mehr weiter!
An diesem Freitag betrat eine Kollegin mein Arbeitszimmer. Irgendwie vertraute ich ihr meine Situation an, und sie gab mir den Hinweis:
„Sprich doch mal mit einem Mann Gottes. Da wohnt einer in Kosel. Das ist ein kleines Dorf bei Niesky.“
Mit Gott hatte ich überhaupt nichts am Hut. Ich war zwar getauft, absolvierte Christenlehre, Konfirmationsunterricht und wurde konfirmiert, besuchte einige Zeit die „Junge Gemeinde“ – jedoch seit 35 Jahren lebte ich gottlos. Mir ging es bis jetzt sehr gut – Schule und Gymnasium, Schlosserlehre, Technische Hochschule, berufliche Laufbahn als Konstrukteur, Projektführer, Gruppenleiter, Abteilungsleiter. Mehr war ohne Parteibuch nicht drin. Alles ohne Partei erreicht, und, wie mir damals schien, „ohne Gott“!
Trotzdem fuhr ich am nächsten Tag, also am Sonnabend, dem 3. Sept. 1988, mit meinem wertvollen Trabant die 120 km ostwärts. Der „Mann Gottes“ war auch zu Hause, hatte aber West-Besuch. Ein riesiger Passat stand im Gehöft. Und für mich war doch erstaunlich: Dieser Mann hatte nicht nur sofort „Sprechstunde“ sondern eine unglaublich konzentrierte Gelassenheit, einem wildfremden Menschen zuzuhören. Nach knapp drei Stunden erhielt ich dann die Chance, mein verpfuschtes Leben vor Gott in Ordnung zu bringen. An jenem Tag kniete ich nieder, auf der Wiese hinter dem kleinen Missionshaus, und übergab mein Leben Jesus Christus, der für meine Sünden freiwillig am Kreuz starb und zu meiner Rechtfertigung von den Toten auferstand.
Jesus ist nun seit fast 14 Jahren Herr über die Bereiche meines Daseins. Er wohnt durch den Heiligen Geist in meinem Herzen. Ich bin jeden Tag von neuem dankbar, dass ich als Kind Gottes diese erlösende Botschaft weitersagen darf.
So wurde ich sein Nachfolger, besser vielleicht sein Diener im lebendig praktizierten Glauben. Dazu konnte ich selbst nicht das Geringste beitragen.
Es ist das Handeln Gottes. Er will jeden Menschen beschenken. Er stellt nur eine einzige Bedingung: Jeder muss sich das Geschenk persönlich abholen.
Der Leser meiner Zeilen kann diese Tatsache selbst überprüfen.

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