| Auf der Suche nach Liebe

Ich stamme aus Polen, wurde als Kind katholisch getauft und ging auch zur Kommunion und Firmung, weil es einfach dazugehörte. In meinem Elternhaus gab es keinen christlichen Glauben, im Gegenteil, es herrschte viel Streit und gegenseitige Verachtung. Ich ging zwar ab und zu in die Kirche und glaubte auch an die Existenz Gottes, doch zu Hause sprachen wir nie über Jesus Christus, und ich machte mir keinerlei Gedanken darüber, was Gott für mein Leben wollte. Tief in meinem Innern war ich davon überzeugt, allein und ohne Gott leben zu können, denn ich fühlte mich jung und stark genug, um mein Leben ohne Hilfe zu meistern.
Die Ablehnung, die ich in meinem Elternhaus erfahren hatte, brachte mich dazu, die fehlende Liebe bei Menschen zu suchen. Ja, ich träumte ständig von einer großen, einmaligen Liebe, die niemals vergehen würde. Aber der Traum zerplatzte immer wieder wie eine Seifenblase, denn die Liebe, die ich fand, war oberflächlich, egoistisch und nie von langer Dauer. Nach jeder Trennung war ich wieder zutiefst enttäuscht, nicht nur von dem Menschen, der mich mal wieder im Stich gelassen hatte, sondern auch von mir selbst, weil ich merkte, dass meine Liebe sehr unbeständig und kraftlos war und meine Gefühle sehr schnell wieder nachließen. Die Vergänglichkeit, das Nicht-Festhalten-Können der guten Augenblicke machte mir mehr und mehr zu schaffen. Gleichzeitig fürchtete ich mich davor, alt zu werden und quälte mich mit Selbstmordgedanken, die wiederum neue Ängste vor dem auslösten, was nach dem Tod kommen würde.
Durch meine Übersiedlung von Polen nach Deutschland hoffte ich das zu finden, was ich mir so sehr erträumte, nämlich Zufriedenheit, Anerkennung, materielle Unabhängigkeit und nicht zuletzt endlich die große Liebe. Aber schnell musste ich feststellen, dass sich im Grunde nichts geändert hatte, sondern dass sich mein „Unglück“ wiederholte. Ich lief weiter von einem Mann zum andern, von einer Liebe zur andern, aber nichts war von Dauer. Ich fühlte mich in mir selbst gefangen, plagte mich mit Angst- und Schuldgefühlen herum und war dennoch unfähig, mich einem Menschen anzuvertrauen. Wieder meinte ich, mit allen Dingen allein fertig werden zu müssen, und das stürzte mich schließlich in tiefe Depressionen begleitet von körperlichen Schmerzen.
Am Tiefpunkt meines Lebens besann ich mich auf Gott. Ich schrie zu Jesus Christus um Hilfe und begann in meiner Not in der Bibel zu lesen, um vielleicht dort zu erfahren, warum mein Leben so schwierig und so sinnlos war. Die Suche nach einem sinnvollen Leben war lang und schmerzreich, ich verbrachte viel Zeit damit, um den richtigen Weg zu Gott zu finden. Und endlich bekam ich Antwort, denn Gott zeigte mir die große Schuld, die ich in meinem Leben auf mich geladen hatte. Erst jetzt erkannte ich, was ich alles getan hatte und verstand nun auch, warum ich mich so furchtbar gefühlt hatte und alles schief gelaufen war. Ich bekannte Jesus meine Sünden, denn ich wusste nun, dass er gestorben und auferstanden ist, um meine große Schuld auszulöschen. Was für eine wunderbare Freiheit wurde mir dadurch geschenkt. Ich hatte keine Angst mehr und die Schuldgefühle waren verschwunden, ja mehr noch, endlich hatte ich die wunderbare, einzigartige Liebe gefunden, die ich mein ganzes Leben lang gesucht hatte. Es hat lange gedauert, aber Gott hat es wunderbar gemacht.
Ich kam mit Menschen in Kontakt, die mir viel Liebe und Geduld entgegenbrachten und lernte eine christliche Gemeinde kennen, in der ich mich taufen ließ, dieses Mal ganz bewusst aus Liebe und Gehorsam zu Gott. Ich möchte Gottes Willen für mein Leben kennen lernen und dazu beitragen, dass Jesus Christus auch durch mich verherrlicht wird. Er hat mich angenommen, so wie ich bin, hat mir seine Liebe geschenkt und meine Wunden geheilt. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.
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