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Horst-Peter Köhne, Oberhausen
(Landeskirchl. Gem. Mülh.-Styrum)

 

 

1961 in Düsseldorf geboren, aufgrund der Berufstätigkeit meiner Mutter bei den Großeltern in Duisburg aufgewachsen, Kindergarten, Grundschule, Gymnasium ...

Bis zu diesem Punkt kein besonderer Lebenslauf, doch mit Beginn der 11.Klasse sollte sich einiges ändern. Erzogen wurde ich von den Großeltern; nicht übertrieben religiös, aber doch so, dass wir ca. dreimal im Jahr – Heiligabend natürlich als Höhepunkt – in die Kirche gingen. Neben dem Konfirmationsunterricht, in der in erster Linie über soziale Themen gesprochen wurde und dem Religionsunterricht in der Grundschule wurde ich jedoch nicht näher mit dem Glauben konfrontiert. Für mich war alles durchaus wahr, hatte aber für mein Leben keine Bedeutung.

Mit Beginn der Oberstufe wählten mein Freund und ich einen Beratungslehrer, der uns bei der Zusammenstellung unserer Kurse helfen sollte. Dieser lud uns häufiger zu sich ein und wir unterhielten uns immer mehr auch über private Themen. Was mir noch ganz eindrucksvoll in Erinnerung ist: Wir sollten uns nach dem ersten Besuch in sein Gästebuch eintragen, die letzte Einladung vor unserer war: The tea was excellent. God bless you! Ich wunderte mich über die Eintragung und war auf weitere Besuche gespannt. Während eines bald folgenden Krankenhausaufenthalts schenkte mir mein Lehrer das Buch: Was habe ich vom Glauben? Beim nächsten Treffen unterhielten wir uns über dieses Buch, Schöpfung und Evolution und darüber, welche Bedeutung der Tod von Jesus für die Menschen hatte. Mit meinen wenigen Kenntnissen konnte ich sagen, dass dadurch den Menschen die Sünden vergeben sind. Er wollte jedoch wissen, was das Ganze denn mit mir zu tun hat. Da ich hierauf keine Antwort wusste, erklärte er uns dann, dass Jesus für meine Fehler und Sünden gestorben ist. Bisher dachte ich immer, dass am Lebensende all das Gute und Schlechte, was man getan hatte, auf eine Waage gelegt werden und je nachdem, ob nun die positiven oder negativen Aspekte überwiegen, kam man zu Gott oder eben nicht. Da ich mit meinen 17 Jahren bisher meist recht „brav“ war, würde das mit dem Himmel schon klar gehen. Warum ich dahin wollte, war mir wohl nicht bewusst ... Jedenfalls nannte mein Lehrer dann folgende Bibelstelle aus dem Neuen Testament:. „Es hilft dann nichts, wenn ihr alle anderen Gebote Gottes genau einhaltet. Wer nämlich auch nur gegen ein einziges seiner Gebote verstößt, der hat das ganze Gesetz übertreten“ (Jakobus 2; 10). Das haute mich total um, denn jetzt hatte ich ein Problem. Eines der Gebote hatte ich bestimmt schon einmal übertreten – und jetzt? Das ganze Gesetz übertreten - nichts mit Himmel ... Als aber unser Lehrer dann sagte, dass genau dafür Jesus gestorben ist, war das für mich wie eine Befreiung. Ich erinnere mich noch genau, dass mir damals auf dem Nachhauseweg die Tränen die Wangen herab liefen, so ergriffen war ich. In der Folgezeit besuchte ich dann den Schülerbibelkreis und lernte so immer mehr die befreienden Aussagen der Bibel kennen. Ich engagierte mich auch viele Jahre in der Jugendarbeit unserer Gemeinde, um auch andere Menschen auf Jesus hinzuweisen.

Eine ganz wesentliche Veränderung erfuhr meine Glaubensgeschichte aber vor etwa vier Jahren. Durch eine Reihe von Predigten und Vorträgen in unserer Gemeinde und durch die Texte verschiedener Lieder habe ich erfahren, dass dieser Gott, der die Welt geschaffen hat und Herr der Welt ist (auch wenn es scheinbar nicht so aussieht), mich wie ein Vater liebt. Aufgrund meiner Biographie hatte ich bis dahin ein eher negatives Vaterbild und mit der Vorstellung von Gott als einen liebenden Vater konnte ich nicht viel anfangen. Jetzt konnte ich es im Herzen spüren, dass ich von diesem Vater geliebt bin, ich bin sein geliebtes Kind. Als dieses Kind mache ich natürlich immer wieder Fehler, aber Gott ist ein Vater, bei dem man geliebt bleibt – auch wenn man versagt hat. Diese Erfahrung finde ich so großartig, dass ich sie gerne in diesem Bericht weitergebe.