Gott erfahren - aber wie?

1. Neues Testament
Matthäusevangelium
Kapitel 7, Verse 7 – 11
«Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, dann wird euch die Tür geöffnet!
Denn wer bittet, der wird bekommen. Wer sucht, der findet. Und wer
anklopft, dem wird geöffnet.
Wenn ein Kind seinen Vater um ein Stück Brot bittet, wird er ihm dann einen Stein geben?
Wenn es um einen Fisch bittet, wird er ihm etwa eine giftige Schlange anbieten?
Wenn schon ihr hartherzigen, sündigen Menschen euern Kindern Gutes gebt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen gute Gaben
schenken, die ihn darum bitten!
2. Neues Testament
Matthäusevangelium
Kapitel 13, Verse 44-46
«Das Reich Gottes ist wie ein verborgener Schatz, den ein Mann auf einem Feld entdeckte und wieder verbarg. In seiner Freude verkaufte er alles, was er hatte, um den Acker zu kaufen und so den Schatz zu bekommen.
Wer in das Reich Gottes will, muß handeln wie ein Kaufmann, der auf
der Suche nach kostbaren Perlen ist.
Er entdeckt eine Perle von unschätzbarem Wert. Deshalb verkauft er alles, was er hat, um sie zu besitzen.»
3. Neues Testament
Lukasevangelium
Kapitel 11, Verse 5-10
Dann sagte Jesus zu den Jüngern: «Stellt euch vor, einer von euch hat einen Freund. Mitten in der Nacht geht er zu ihm, klopft an die Tür und bittet ihn: 'Leihe mir doch bitte drei Brote. Ich habe unerwartet Besuch bekommen und nichts im Haus, was ich ihm anbieten könnte.'
Vielleicht würde der Freund dann antworten: 'Stör mich nicht! Ich habe die Tür schon abgeschlossen und liege im Bett. Außerdem könnten die Kinder von dem Lärm wach werden. Ich kann jetzt nicht aufstehen und dir etwas geben.'
Das sage ich euch: Wenn er schon nicht aufstehen und dem Mann etwas geben will, weil er sein Freund ist, so wird er schließlich doch aus seinem Bett steigen und ihm alles Nötige geben, weil der andere ihm
einfach keine Ruhe läßt.
Darum sage ich euch: Bittet Gott, und er wird euch geben. Sucht, und
ihr werdet finden. Klopft an, dann wird euch die Tür geöffnet.
Denn wer bittet, der wird bekommen. Wer sucht, der findet. Und wer
anklopft, dem wird geöffnet.
4. Neues Testament
Johannes Kapitel 6,
Verse 1 - 15
Danach kam Jesus an das andere Ufer des Galiläischen Meeres, das man auch See von Tiberias nennt.
Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie gesehen hatte, wie er Kranke heilte.
Zusammen mit seinen Jüngern ging Jesus auf eine Anhöhe. Dort setzten sie sich, und Jesus unterrichtete sie.
Das war in den Tagen kurz vor dem jüdischen Passahfest.
Als Jesus die vielen Menschen kommen sah, fragte er Philippus: «Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen?»
Er wollte aber nur sehen, ob Philippus ihm vertraute; denn er wußte natürlich, wie er die Menschen versorgen würde.
Philippus überlegte: «Wir müßten ein Vermögen ausgeben, wenn wir für jeden auch nur ein kleines Stückchen Brot kaufen wollten.»
Da brachte Andreas, der Bruder von Simon Petrus, ein Kind zu ihnen:
«Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische mitgebracht. Aber was ist das schon für so viele Menschen!»
Jetzt forderte Jesus die Jünger auf: «Sagt den Leuten, daß sie sich hinsetzen sollen!» Und alle - es waren etwa fünftausend Mann, Frauen und Kinder gar nicht mitgerechnet - lagerten sich auf der Wiese.
Dann nahm Jesus die fünf Gerstenbrote, dankte Gott dafür und ließ sie an die Menschen austeilen. Mit den beiden Fischen machte er es ebenso. Jeder bekam so viel, wie er wollte.
Als alle satt waren, sagte Jesus zu seinen Jüngern: «Sammelt die Reste ein, damit nichts verdirbt!»
Und die Jünger füllten noch zwölf Körbe mit den Resten. So viel war von den fünf Gerstenbroten übriggeblieben.
Als die Leute begriffen, was Jesus getan hatte, riefen sie begeistert: «Das ist wirklich der Prophet, auf den wir so lange gewartet haben!»
Jesus merkte, daß sie ihn jetzt unbedingt festhalten und zu ihrem König ausrufen wollten. Deshalb zog er sich in die Berge zurück; er ganz allein.
5. Neues Testament
Apostelgeschichte Kapitel 10,
Verse 1 – 48
In Cäsarea lebte damals ein römischer Offizier, der Kornelius hieß und Hauptmann im «Italienischen Regiment» war.
Er war ein frommer Mann, der sich mit seiner ganzen Familie zu Gott bekannte. Er tat viel für die Hilfsbedürftigen und Armen und betete regelmäßig zu Gott.
Diesem Mann erschien gegen drei Uhr nachmittags ein Engel Gottes. «Kornelius!» rief der Engel.
Erschrocken sah Kornelius auf und fragte: «Was willst du, Herr?» Da antwortete ihm der Engel: «Gott hat deine Gebete gehört und kennt deine guten Taten.
Deshalb schicke ein paar Leute nach Joppe. Sie sollen sich dort nach einem Simon Petrus erkundigen,
der am Meer im Haus des Gerbers Simon wohnt. Dieser Simon Petrus soll zu dir kommen!»
Gleich nachdem der Engel gegangen war, rief Kornelius zwei von seinen Dienern zu sich, außerdem einen Soldaten, der wie Kornelius dem jüdischen Glauben nahestand und zu seinem persönlichen Schutz eingesetzt war.
Ihnen berichtete er genau, was sich ereignet hatte, und sandte sie nach Joppe. Als die Boten am folgenden Tag schon dicht bei der Stadt Joppe waren, stieg Petrus auf das flache Dach des Hauses, um dort ungestört zu beten.
Es war gerade um die Mittagszeit, und Petrus hatte Hunger. Während man sein Essen zubereitete, hatte er eine Vision:
Petrus sah etwas vom Himmel herabkommen. Es sah aus wie ein großes Leinentuch, das - an seinen vier Ecken zusammengehalten - auf die Erde heruntergelassen wurde.
In dem Tuch waren alle möglichen Arten von vierfüßigen Tieren, aber auch von Schlangen und Vögeln; alles Tiere, die für Juden «unrein» sind und deshalb nicht gegessen werden dürfen.
Dann hörte Petrus eine Stimme, die ihn aufforderte: «Petrus, schlachte diese Tiere und iß davon!»
«Niemals, Herr!» entgegnete Petrus. «Noch nie in meinem Leben habe ich etwas Verbotenes oder Unreines gegessen.»
Da rief die Stimme zum zweiten Mal: «Widersprich Gott nicht! Wenn er sagt, daß etwas 'rein' ist, dann ist es auch rein.»
Das geschah dreimal. Dann wurde das Tuch wieder in den Himmel gehoben.
Petrus verstand nicht, was Gott ihm durch diese Erscheinung sagen wollte. Aber während er noch angestrengt überlegte, klopften die Boten des Kornelius an die Haustür.
«Wohnt hier ein Mann, der Simon Petrus heißt?» erkundigten sie sich.
Petrus dachte noch immer darüber nach, was die Erscheinung zu bedeuten hatte. Da sprach der Heilige Geist zu ihm: «Es sind drei Männer zu dir gekommen.
Gehe hinunter und reise mit ihnen nach Cäsarea. Du brauchst keine Bedenken zu haben, denn ich habe sie gesandt.»
Petrus ging hinunter. «Ich bin der, den ihr sucht», sagte er. «Warum seid ihr hierhergekommen?»
Sie erwiderten: «Der Hauptmann Kornelius schickt uns. Er ist ein guter und gottesfürchtiger Mann, der von allen Juden hoch geachtet wird. Durch einen heiligen Engel erhielt er von Gott den Auftrag, dich in sein Haus einzuladen und darauf zu hören, was du ihm zu sagen hast.»
Petrus ließ die Männer in das Haus eintreten, und sie wohnten dort. Bereits am nächsten Tag aber ging er mit ihnen nach Cäsarea, wobei ihn einige Christen aus Joppe begleiteten.
Als sie am folgenden Tag dort ankamen, wurden sie schon von Kornelius erwartet. Alle seine Verwandten und Freunde waren bei ihm.
Noch bevor Petrus das Haus betreten hatte, kam ihm Kornelius entgegen und fiel ehrerbietig vor ihm auf die Knie.
Doch Petrus wehrte ab: «Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch!» und half ihm, sich wieder aufzurichten.
Dann betraten sie das Haus. Petrus sah die vielen Menschen, die auf ihn warteten.
«Ihr wißt ebenso wie ich», begann er, «daß es einem Juden streng verboten ist, in das Haus eines Nichtjuden zu gehen oder sich auch nur mit ihm zu treffen. Aber Gott hat mir gezeigt, daß ich keinen Menschen für minderwertig halten darf.
Deshalb bin ich auch gleich zu euch gekommen, als ihr mich gerufen habt. Aber was wollt ihr nun von mir?»
Kornelius antwortete: «Vor vier Tagen betete ich nachmittags in meinem Hause. Es war drei Uhr, ungefähr dieselbe Zeit wie heute. Da stand plötzlich ein Mann in einem leuchtenden Gewand vor mir
und sagte: 'Kornelius, Gott hat deine Gebete gehört. Er kennt deine guten Taten.
Deshalb beauftragt er dich, Leute nach Joppe zu schicken, die Petrus zu dir bringen sollen. Er wohnt am Meer im Haus des Gerbers Simon. Höre darauf, was er dir zu sagen hat.'
Ich habe meine Boten sofort zu dir geschickt, und ich freue mich, daß du gekommen bist. Nun sind wir alle hier in Gottes Gegenwart versammelt und wollen hören, was du uns in seinem Auftrag zu sagen hast.» Da sagte Petrus zu Kornelius und dessen Verwandten: «Jetzt erst habe ich richtig verstanden, daß Gott keinen Menschen wegen seiner Herkunft bevorzugt oder benachteiligt,
sondern daß er jeden liebt, der an ihn glaubt und nach seinen Geboten lebt.
Ihr kennt die Friedensbotschaft Gottes, die er dem Volk Israel durch Jesus Christus mitgeteilt hat, und er ist ja der Herr über alle.
Ihr wißt auch, was in Judäa geschehen ist, nachdem Johannes der Täufer in Galiläa durch die Taufe zur Umkehr gerufen hatte.
Jesus aus Nazareth ist von Ort zu Ort gezogen. Er hat überall Gutes getan und alle befreit, die der Teufel gefangenhielt, denn Gott selbst hatte ihm seine Macht und seinen göttlichen Geist gegeben. Er war mit ihm.
Wir Apostel sind Augenzeugen für alles, was er in Israel und in Jerusalem unter den Juden getan hat. Diesen Jesus haben sie an das Kreuz genagelt und getötet.
Aber schon drei Tage später hat Gott ihn wieder zum Leben erweckt.
Danach ist er als Auferstandener zwar nicht dem ganzen Volk, aber seinen Jüngern erschienen. Das können wir bezeugen. Wir haben nach seiner Auferstehung sogar mit ihm gegessen und getrunken.
Er gab uns den Auftrag, allen Menschen zu sagen und zu bezeugen, daß Gott ihn als Richter über die Lebenden und die Toten eingesetzt hat.
Schon die Propheten haben in ihren Schriften vorausgesagt, daß durch Jesus allen Menschen die Sünden vergeben werden, wenn sie an ihn glauben.» Petrus hatte seine Rede noch nicht beendet, da wurden alle, die zuhörten, mit dem Heiligen Geist erfüllt.
Die Juden aus der Gemeinde in Joppe, die mit Petrus gekommen waren, konnten es kaum fassen, daß Gott auch Nichtjuden den Heiligen Geist schenkte.
Denn sie hörten die Menschen Gott in einer Weise anbeten und loben, wie sie selbst es zu Pfingsten erlebt hatten. Petrus aber sagte:
«Wer könnte ihnen jetzt noch die Taufe verweigern, wo sie genau wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?»
Und er ließ alle, die im Hause des Kornelius versammelt waren, auf den Namen Jesu Christi taufen. Danach baten sie Petrus, er möge noch einige Tage bei ihnen bleiben.

|