Jerusalem – Zankapfel der Weltpolitik oder goldene Stadt

1. Altes Testament
Psalm 122
Ein Lied Davids für Festbesucher, die nach Jerusalem hinaufziehen. Wie sehr habe ich mich gefreut, als man zu mir sagte: «Komm mit, wir gehen zum Tempel, zum Haus des Herrn!»
Nun sind wir am Ziel! Wir haben die Stadttore durchschritten und stehen in Jerusalem.
Jerusalem, du herrliche Stadt, wie mächtig und schön bist du gebaut!
Zu dir ziehen alle Stämme Israels hinauf - das ganze Volk Gottes. Dort preisen sie den Herrn, wie er es ihnen geboten hat.
Jerusalem, in dir regiert das Königshaus Davids, in dir übt der König das höchste Richteramt aus.
Wünscht Jerusalem Frieden! Alle, die dich lieben, sollen hier glücklich leben!
Hinter deinen festen Mauern soll Frieden herrschen und Sicherheit in deinen Palästen!
Weil mir meine Brüder und Freunde am Herzen liegen, wünsche ich dir, Jerusalem, Frieden.
Weil in dir der Tempel des Herrn, unseres Gottes, steht, setze ich mich für dein Wohlergehen ein.
2. Altes Testament
Psalm 137, Verse 1 – 6
Klagelied der Gefangenen
Wir saßen an den Flüssen Babylons und weinten, wenn wir an Zion dachten.
Unsere Lauten hängten wir an die Zweige der Pappeln, wir hatten aufgehört, auf ihnen zu spielen.
Unsere Peiniger hielten uns gefangen und wollten Lieder von uns hören; sie verlangten von uns, daß wir Freudengesänge anstimmen. Höhnisch forderten sie: «Singt doch eins von euren Zionsliedern!»
Doch wie hätten wir im fremden Land Lieder zur Ehre Gottes singen können?
Jerusalem, wenn ich dich jemals vergesse, dann soll meine rechte Hand lahm werden!
Die Zunge soll mir am Gaumen kleben bleiben, wenn ich nicht mehr an dich denke, wenn du, Jerusalem, nicht mehr meine größte Freude bist!
3. Altes Testament
Joel Kapitel 4
«In jener Zeit», sagt der Herr, «werde ich das Schicksal Judas und Jerusalems wieder zum Guten wenden. Dann führe ich alle Völker in das Tal, das man Joschafat nennt. Dort gehe ich mit ihnen ins Gericht für das, was sie Israel angetan haben, dem Volk, das zu mir gehört! Sie haben die Israeliten in fremde Länder verschleppt und mein Land unter sich aufgeteilt.
Sie warfen das Los, um zu bestimmen, wer welche Gefangenen bekommen sollte. Ein israelitischer Junge war der Preis für eine Nacht mit einer Hure, und mit den Mädchen bezahlten sie den Wein für ein Trinkgelage.
Ihr Bewohner von Tyrus und Sidon und ihr aus dem Gebiet der Philister, wollt ihr etwas gegen mich unternehmen? Wollt ihr euch an mir rächen oder mich bestrafen? Nein, ich werde mich an euch rächen für das, was ihr mir angetan habt! Bald ist es soweit!
Denn ihr habt mein Silber und Gold geraubt und meine kostbarsten Schätze in eure Tempel gebracht.
Die jungen Männer aus Juda und Jerusalem habt ihr verschleppt und an die Griechen verkauft, weit weg von ihrer Heimat.
Doch ich hole sie von dort wieder zurück! Dann wird mit euch dasselbe geschehen, was ihr ihnen angetan habt:
Ich sorge dafür, daß eure Söhne und Töchter an die Judäer verkauft werden, und diese werden sie den Bewohnern von Saba geben, die in weiter Ferne wohnen. Darauf könnt ihr euch verlassen!
Ruft alle Völker auf: 'Bereitet euch auf den Krieg vor! Laßt eure besten Soldaten antreten, alle wehrfähigen Männer sollen in den Kampf ziehen!
Schmiedet aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Winzermessern Speerspitzen! Selbst die Schwachen unter euch sollen mutig und unerschrocken sein!
Beeilt euch, ihr Völker rings um Israel, versammelt euch im Tal!'» Ja, Herr, bring du deine starken Kämpfer dorthin!
«Alle Völker sollen aufbrechen und ins Tal Joschafat ziehen. Dort werde ich, der Herr, auf dem Thron sitzen und mit ihnen ins Gericht gehen.
Greift zur Sichel, die Zeit der Ernte ist da! Tretet die Weinkelter, denn sie ist bis zum Rand mit Trauben gefüllt. Das Maß ist voll! Welch schwere Schuld haben die Völker auf sich geladen!»
Eine riesige Menschenmenge hat sich im Tal versammelt, wo die Entscheidung fallen wird. Der Tag, an dem der Herr sein Urteil spricht, ist nahe.
Sonne und Mond werden finster, das Licht der Sterne erlischt.
Mächtig wie das Brüllen eines Löwen erklingt die Stimme des Herrn vom Berg Zion in Jerusalem, Himmel und Erde erbeben! «Aber für die Menschen meines Volkes bin ich, der Herr, wie eine starke Festung, in der sie Zuflucht finden! Ihr werdet erkennen, daß ich euer Gott bin. Ich wohne auf dem Zion, meinem heiligen Berg. Ganz Jerusalem wird mir geweiht sein, nie wieder werden fremde Völker es erobern!
4. Altes Testament
Sacharja Kapitel 12,
Verse 1 – 3.6.9 – 10
Dies ist die Botschaft des Herrn über Israel: So spricht der Herr, der den Himmel ausgespannt hat wie ein Zelt, der die Erde auf ein festes Fundament gegründet und den Geist des Menschen geschaffen hat:
«Ich mache Jerusalem für die Völker ringsum zu einer Schale voller Wein: Wenn sie daraus trinken, werden sie taumeln wie Betrunkene.
Sie wollen Jerusalem und ganz Juda erobern.
Doch an jenem Tag wird Jerusalem für sie wie ein viel zu schwerer Stein sein: Wer ihn hochhebt, verletzt sich dabei. Alle Völker der Erde werden sich gegen Jerusalem verbünden.
An jenem Tag mache ich die Soldaten von Juda für ihre Feinde zum
Feuer, das trockenes Holz verbrennt und Stroh in Flammen aufgehen läßt. So werden sie die feindlichen Völker ringsum vernichten. Jerusalem aber mit seinen Einwohnern bleibt unversehrt.
An jenem Tag vernichte ich alle Völker, die Jerusalem angreifen.» «Ich werde die Nachkommen Davids und die Einwohner Jerusalems mit meinem Geist erfüllen, und sie werden mich um Gnade anflehen. Voller Reue werden sie auf den sehen, den sie durchbohrt haben.
5. Altes Testament
Sacharja Kapitel 14,
Verse 1 – 4.8 – 11
Es kommt der Tag, an dem der Herr über Jerusalem Gericht hält. Dann teilen eure Feinde mitten in der Stadt die Beute untereinander auf.
Ja, der Herr läßt alle Völker vereint gegen Jerusalem in den Krieg ziehen. Sie werden die Stadt erobern, die Häuser plündern und die Frauen vergewaltigen. Die Hälfte der Einwohner wird verschleppt; der Rest darf weiter in der Stadt leben.
Doch dann wird der Herr selbst gegen diese Völker in den Kampf ziehen, so wie er es schon früher getan hat.
Er wird auf dem Ölberg im Osten von Jerusalem stehen; dann spaltet
sich der Berg von Osten nach Westen, so daß zwischen seiner Nordhälfte und seiner Südhälfte ein breites Tal entsteht.
In Jerusalem wird eine Quelle mit frischem Wasser entspringen; es fließt zur einen Hälfte ins Tote Meer, zur anderen ins Mittelmeer. Auch im Sommer versiegt die Quelle nicht.
Der Herr wird König sein über die ganze Erde. Neben ihm wird es keinen anderen Gott mehr geben; nur noch ihn werden die Menschen als Herrn anrufen.
Das ganze Land von Geba im Norden bis Rimmon südlich von Jerusalem verwandelt sich in eine Ebene. Nur Jerusalem bleibt erhöht und
überragt das Land.
Die Einwohner werden in Sicherheit leben; nie mehr wird der Herr sie bestrafen!
6. Neues Testament
Offenbarung Kapitel 21,
Verse 1 – 4 und 10 – 24
Dann sah ich eine neue Welt: den neuen Himmel und die neue Erde. Denn der vorige Himmel und die vorige Erde waren vergangen, und auch das Meer war nicht mehr da. Ich sah, wie die Stadt Gottes, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam: festlich geschmückt wie eine Braut an ihrem Hochzeitstag.
Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: «Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst als ihr Herr in ihrer Mitte leben.
Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Angst und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.»
Gottes Geist ergriff mich und führte mich auf einen großen, hohen Berg. Dort zeigte er mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam.
Die Stadt erstrahlte im Glanz der Herrlichkeit Gottes. Sie leuchtete wie ein Edelstein, wie ein kostbarer Jaspis, strahlend wie Kristall.
Die hohe und breite Mauer rund um die Stadt hatte zwölf Tore, die von zwölf Engeln bewacht wurden. An den Toren standen die Namen der zwölf Stämme Israels.
Auf jeder Seite - im Norden, Süden, Osten und Westen - gab es drei Tore.
Die Mauer ruhte auf zwölf Grundsteinen, auf denen die Namen der zwölf Apostel des Lammes standen.
Der Engel, der mit mir redete, hielt in seiner Hand einen goldenen Meßstab, um die Stadt, ihre Tore und Mauern auszumessen.
Die Stadt hatte die Form eines Vierecks und war ebenso lang wie breit. Mit seinem Meßstab hatte der Engel gemessen, daß die Stadt etwa zweitausendfünfhundert Kilometer lang, breit und hoch ist.
Dann maß er auch die Mauer der Stadt. Nach unseren heutigen Maßen war sie siebzig Meter hoch
und bestand ganz und gar aus Jaspis. Die Stadt war aus reinem Gold gebaut, klar und durchsichtig wie Glas.
Die Grundsteine der Stadtmauer schmückten die verschiedensten Edelsteine. Der erste Grundstein ist ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,
der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Karneol, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth und der zwölfte ein Amethyst.
Die zwölf Tore bestanden aus zwölf Perlen, jedes Tor aus einer einzigen Perle. Aus reinem Gold, klar und durchsichtig wie Glas, waren die Straßen.
Nirgendwo in der Stadt sah ich einen Tempel. Ihr Tempel ist der Herr selbst, der allmächtige Gott, und mit ihm Christus, das Lamm.
Die Stadt braucht als Lichtquelle weder Sonne noch Mond, denn in ihr leuchtet die Herrlichkeit Gottes und das Licht des Lammes.
In diesem Licht werden die Völker der Erde leben, und die Herrscher der Welt werden kommen und ihre Reichtümer in die Stadt bringen.

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