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Israel – alte Texte zu aktueller Problematik

1. Altes Testament

1.Buch Mose Kapitel 12,

Verse 1 – 4

Der Herr sagte zu Abram: «Geh fort aus deinem Land, verlaß deine Heimat und deine Verwandtschaft, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde! Deine Nachkommen sollen zu einem großen Volk werden; ich werde dir viel Gutes tun; deinen Namen wird jeder kennen und mit Achtung aussprechen. Durch dich werden auch andere Menschen am Segen teilhaben.

Wer dir Gutes wünscht, den werde ich segnen. Wer dir aber Böses wünscht, den werde ich verfluchen! Alle Völker der Erde sollen durch dich gesegnet werden.»

Abram gehorchte und machte sich auf den Weg. Er war zu diesem Zeitpunkt 75 Jahre alt.

 

2. Altes Testament

Josua Kapitel 1, Verse 1 – 6

und Kapitel 13, Verse 1 – 14

Als Mose gestorben war, sprach der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, der Mose bei seinen Aufgaben geholfen hatte: «Mein Diener Mose ist tot. Nun wirst du Israel führen! Befiehl dem Volk, sich für den Aufbruch fertigzumachen. Ihr werdet den Jordan überqueren und in das Land ziehen, das ich euch gebe.

Jedes Gebiet, in das ihr vordringt, gehört euch. Das habe ich schon Mose versprochen.

Euer Land wird von der Wüste im Süden bis zum Libanon im Norden reichen und vom Euphrat im Osten bis zum Mittelmeer im Westen; das ganze Gebiet der Hetiter wird euch gehören.

Dein Leben lang wird niemand dich besiegen können. Denn ich bin bei dir, so wie ich bei Mose gewesen bin. Ich lasse dich nicht im Stich, nie wende ich mich von dir ab.

Sei stark und mutig! Denn du wirst das Land einnehmen, das ich euren Vorfahren versprochen habe, und wirst es den Israeliten geben.

Josua war inzwischen alt geworden. Da sprach der Herr zu ihm: «Du bist nun schon sehr alt, aber es ist noch viel Land zu erobern.

/

Dazu gehören sämtliche Bezirke der Philister mit ihren fünf Königsstädten Gaza, Aschdod, Aschkelon, Gat und Ekron sowie die Gegend von Geschur. Dieser Landstrich beginnt beim Wadi Schihor östlich von Ägypten und zieht sich von dort in nördlicher Richtung bis nach Ekron. Er gehört zum Gebiet der Kanaaniter. Auch die Gegend der Awiter im Süden ist noch nicht eingenommen,

ebenso der hohe Norden Kanaans von der Sidonierstadt Ara bis zur Stadt Afek und zum Gebiet der Amoriter.

Zudem wird euch das Land der Gebaliter gehören und im Osten der ganze Libanon von Baal-Gad am Fuße des Berges Hermon bis hinab zur Straße nach Hamat,

auch die Region des Libanon bis hinab nach Misrefot-Majim. Alle Sidonier dort werde ich selbst vertreiben, um euch ihr Gebiet zu geben. Verlose das ganze Land unter den Israeliten, wie ich es dir befohlen habe;

gib es den neun Stämmen und dem halben Stamm Manasse zum Besitz!» Der anderen Hälfte des Stammes Manasse und den Stämmen Ruben und Gad hatte Mose, der Diener des Herrn, bereits das Land östlich des Jordan zugewiesen. Er überließ ihnen

/

alle Städte des amoritischen Königs Sihon von Heschbon, von Aroër am Rande des Arnontals im Süden und der Stadt am Fluß Arnon bis zur ammonitischen Grenze im Norden, einschließlich der Hochebene zwischen Dibon und Medeba.

Diesen Stämmen gehörte auch das Land Gilead und das Gebiet der Geschuriter und Maachatiter, das ganze Gebirge Hermon und das gesamte Land Baschan bis zur Stadt Salcha.

Dieses Gebiet hatte vorher König Og von Baschan gehört, der in Aschtarot und Edreï regierte und einer der letzten Riesen war. Die Israeliten hatten diese Gegenden unter Moses Führung erobert und sämtliche Bewohner vertrieben,

außer den Geschuritern und Maachatitern. Sie leben bis heute unter den Israeliten.

Der Stamm Levi erhielt als einziger keinen Grundbesitz. Er sollte von den Opfergaben leben, die das Volk Israel seinem Gott darbringt. So hatte der Herr es Mose befohlen.

 

 

 

3. Altes Testament

1.Buch der Könige Kapitel 6

Verse 1 – 13

480 Jahre waren vergangen, seit die Israeliten Ägypten verlassen hatten. Es war das 4. Regierungsjahr König Salomos. Im Monat Siw, dem 2. Monat des Jahres, begann König Salomo mit dem Bau des Tempels für den Herrn. Das Gebäude war 30 Meter lang, 10 Meter breit und 15 Meter hoch.

An der Vorderseite baute Salomo eine Vorhalle an; sie war genauso breit wie der Tempel und 5 Meter lang.

In die Tempelmauer ließ Salomo Fenster mit Rahmen und Gitterstäben einsetzen.

Um die beiden Seitenwände und die Hinterwand baute er einen dreistöckigen Rundgang, der in einzelne Kammern unterteilt war.

Das untere Stockwerk war 2,5 Meter breit, das mittlere 3 Meter und das oberste 3,5 Meter. Mit jedem höhergelegenen Stockwerk trat die Tempelmauer etwas mehr zurück. Dadurch entstanden Mauervorsprünge, auf denen man die tragenden Querbalken der Stockwerke abstützen konnte. So mußten die Balken nicht in der eigentlichen Tempelmauer verankert werden.

Die Steine für den Bau des Tempels wurden vorher im Steinbruch schon fertig behauen. Daher brauchte man sie am Bauplatz nur noch zusammenzufügen und hörte dort keinen Lärm von Hämmern, Meißeln und anderen Eisenwerkzeugen.

In das untere Stockwerk des Rundgangs kam man durch eine Tür an der rechten Tempelseite. Von dort führte eine Wendeltreppe zum mittleren und oberen Stockwerk hinauf.

Nachdem das Mauerwerk errichtet war, ließ Salomo das Gebäude mit einem Flachdach versehen, das mit Balken und Brettern aus Zedernholz gedeckt wurde.

Den Rundgang verband er durch Zedernbalken mit der Tempelmauer. Die drei Stockwerke waren jeweils 2,5 Meter hoch.

Eines Tages sprach der Herr zu Salomo:

«Du baust mir diesen Tempel. Wenn du nun so lebst, wie es mir gefällt, wenn du mein Gesetz befolgst und auf jedes Gebot achtest, dann will ich mein Versprechen halten, das ich schon deinem Vater David gegeben habe.

Dann will ich mitten unter den Israeliten in diesem Tempel wohnen und mein Volk nie verlassen.»

 

4. Altes Testament

Psalm 106, Verse 6 – 8 und

Verse 19 – 48

Wir haben schwere Schuld auf uns geladen wie schon unsere Vorfahren. Wir haben Unrecht begangen und dich mißachtet!

Schon unsere Väter in Ägypten wollten nicht aus deinen Wundern lernen. Schnell vergaßen sie, wie oft du sie gerettet hattest. Am Ufer des Schilfmeeres lehnte sich dein Volk gegen dich auf.

Trotzdem befreite sie der Herr, wie er es versprochen hatte. So bewies er ihnen seine Macht.

 

Am Berg Horeb goß sich das Volk Israel ein goldenes Kalb und betete das Standbild an.

Die Macht und Hoheit ihres Gottes tauschten sie ein gegen das Abbild eines grasfressenden Stieres!

Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der in Ägypten mächtige Taten und Wunder vollbracht hatte.

Sie dachten nicht mehr daran, wie er den Ägyptern am Schilfmeer Angst und Schrecken eingejagt hatte.

Schon sprach Gott davon, sie alle zu vernichten, doch Mose, sein Auserwählter, setzte sich für sie ein. Er wandte Gottes Zorn von ihnen ab, so daß sie nicht vernichtet wurden.

Dann verschmähten sie das schöne Land, denn sie glaubten Gottes Zusagen nicht.

Sie blieben in ihren Zelten und schimpften über Gott; längst nahmen sie seine Worte nicht mehr ernst.

Da hob er seine Hand zum Schwur und sagte: «Ich werde sie in der Wüste umkommen lassen

und ihre Nachkommen unter die Völker zerstreuen, damit sie dort untergehen!»

Sie gaben sich dazu her, Baal anzubeten, den Gott vom Berg Peor, und aßen das Fleisch von Opfertieren, die man toten Götzen geweiht hatte.

Durch ihr gottloses Treiben reizten sie den Herrn zum Zorn, da brach eine schreckliche Seuche unter ihnen aus.

Pinhas aber griff ein und hielt Gericht, und die Seuche hörte auf.

So fand er Gottes Anerkennung, er und seine Nachkommen für alle Zeit.

Auch bei der Felsenquelle von Meriba forderte Israel Gottes Zorn heraus, und über Mose brach ihretwegen das Verhängnis herein:

sie hatten ihn so erbittert, daß er sich zu unbedachten Worten hinreißen ließ.

Sie beachteten nicht den Befehl Gottes, die anderen Völker zu vernichten.

Statt dessen vermischten sie sich mit ihnen und übernahmen ihre schrecklichen Gebräuche:

sie beteten ihre Götter an, die ihnen dann zum Verhängnis wurden.

/

Sie opferten ihre eigenen Söhne und Töchter den Dämonen. Sie vergossen unschuldiges Blut und entweihten das Land, indem sie ihre Kinder zu Ehren der Götzen Kanaans schlachteten.

Durch ihre bösen Taten wurden sie unrein in Gottes Augen - sie brachen ihm die Treue.

Da geriet Gott in Zorn über Israel und verabscheute sein eigenes Volk.

Er gab sie in die Hand fremder Völker; sie wurden beherrscht von denen, die sie haßten.

Ihre Feinde unterdrückten sie, ihrer Gewalt mußte Israel sich beugen.

Immer wieder befreite sie der Herr, aber sie dachten nicht im geringsten daran, ihm zu gehorchen. So sanken sie durch ihre Schuld immer tiefer ins Unglück.

Doch als Gott ihre verzweifelte Lage sah und ihre Hilfeschreie hörte,

da dachte er an seinen Bund mit ihnen. Ja, seine Liebe zu ihnen war stark, darum tat es ihm leid, daß er sie ihren Feinden ausgeliefert hatte.

Er ließ sie Erbarmen finden bei denen, die sie gefangen hielten.

Rette uns, Herr, unser Gott! Führe uns heraus aus den Völkern, die dich nicht kennen, und bring uns wieder zusammen! Dann werden wir deinen heiligen Namen preisen und stolz darauf sein, daß wir dich loben können.

Ja, gelobt sei der Herr, der Gott Israels, jetzt und für alle Zeit! Und das ganze Volk soll antworten: Amen! Halleluja!

 

5. Neues Testament

Römerbrief Kapitel 9,

Verse 1 – 13

Christus ist mein Zeuge, und der Heilige Geist bestätigt es mir in meinem Gewissen, daß es wahr ist, wenn ich euch versichere: Ich bin voller Trauer und empfinde tiefen Schmerz, wenn ich an Israel denke.

Käme es meinen Brüdern, meinem eigenen Volk, zugute, ich würde es auf mich nehmen, verflucht und von Christus getrennt zu sein.

Gott hat doch Israel so reich beschenkt; es ist ja das von ihm auserwählte Volk. Er hat sich diesem Volk in seiner Macht und Herrlichkeit offenbart. Immer wieder hat er mit ihm Bündnisse geschlossen und ihm seine Gebote gegeben. In ihren Gottesdiensten ist Gott gegenwärtig, und ihnen gelten seine Verheißungen.

Abraham, Isaak und Jakob sind ihre Väter, und Christus selbst stammt aus ihrem Volk. Ihn, der als Gott über alles regiert, preisen wir in alle Ewigkeit. Amen. All dies hat nach wie vor Gültigkeit, auch wenn nicht alle aus dem Volk Israel zu Gottes auserwähltem Volk gehören.

Nicht alle Nachkommen Abrahams sind auch wirklich seine Kinder. Denn Gott hatte zu Abraham gesagt: «Nur die Nachkommen deines Sohnes Isaak sollen einmal zu deinem Volk gezählt werden.»

Das bedeutet: Nicht alle, die auf natürliche Weise von Abraham abstammen, gehören zu Gottes Volk, seinen Kindern. Nur der zählt dazu, wer - so wie Isaak - Gottes Verheißung hat.

Denn das hatte Gott Abraham zugesagt: «Im nächsten Jahr um diese Zeit werde ich kommen, und dann wird Sara einen Sohn haben.»

Aber nicht nur Abrahams Frau Sara erging es so. Was geschah denn mit Rebekka, der Frau Isaaks?

Noch ehe ihre Söhne Esau und Jakob geboren waren, das heißt, noch ehe sie etwas Gutes oder Böses getan haben konnten, hatte Gott zu ihr gesagt:

«Der Ältere soll sich dem Jüngeren unterordnen.» Damit gab Gott ganz klar zu erkennen, daß seine Verheißungen ausschließlich auf seinem Willen, seiner Gnade beruhen und nicht von den Leistungen des Menschen abhängig sind.

So sagt Gott ausdrücklich: «Jakob - nicht Esau - habe ich erwählt.»