1. Altes Testament
1.Buch Mose Kapitel 41
Verse 14 - 36
Sofort ließ der Pharao Josef aus dem Gefängnis holen. Josef ließ sich die Haare schneiden, zog schöne Kleider an und trat vor den Pharao.
«Letzte Nacht hatte ich einen Traum», begann der König, «und keiner kann ihn deuten. Aber ich habe erfahren, daß du Träume auslegen kannst, sofort nachdem du sie gehört hast.»
«Ich selbst kann das nicht», erwiderte Josef, «aber Gott wird dir sicher etwas Gutes ankündigen!»
Der Pharao begann: «In meinem Traum stand ich am Nilufer.
Da stiegen sieben schöne, dicke Kühe aus dem Fluß. Sie weideten im Ufergras.
Nach ihnen kamen sieben häßliche Kühe aus dem Nil. Sie waren dürr und abgemagert - noch nie habe ich in Ägypten so häßliche Kühe gesehen!
Die mageren fraßen die dicken auf,
aber hinterher sahen sie noch genauso dünn aus! Ich wachte auf,
dann schlief ich wieder ein und träumte, daß an einem Halm sieben volle, reife Ähren wuchsen.
Danach wuchsen sieben kümmerliche heran, vom heißen Wüstenwind verdorrt.
Sie verschlangen die sieben vollen Ähren. Ich erzählte alles meinen Wahrsagern, aber keiner wußte eine Deutung.»
«Beide Träume bedeuten dasselbe», erklärte Josef, «Gott sagt dir, was er vorhat:
Sowohl die sieben dicken Kühe als auch die sieben vollen Ähren bedeuten sieben Jahre, in denen es eine überreiche Ernte gibt.
Die sieben mageren Kühe und die sieben verdorrten Ähren bedeuten sieben Jahre Mißernte und Hunger.
Gott läßt dich wissen, was er tun will:
In den nächsten sieben Jahren wird es in ganz Ägypten mehr als genug zu essen geben.
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Aber danach kommen sieben Jahre Hungersnot. Dann ist der Überfluß schnell vergessen, der Hunger wird das Land auszehren.
Daß du sogar zwei Träume hattest, zeigt dir: Gott hat dies fest beschlossen!
Darum empfehle ich dir, einen klugen Mann zu suchen, der fähig ist, ganz Ägypten zu regieren.
Setz noch weitere Verwalter ein, die in den fruchtbaren Jahren ein Fünftel der Ernte als Steuern erheben.
Den Ertrag sollen sie in den Städten in Kornspeichern sammeln, damit er dir zur Verfügung steht.
So haben wir genug Vorrat für die sieben dürren Jahre und müssen nicht verhungern.»
2. Altes Testament
Jesaja Kapitel 3, Verse 8 – 15
Jerusalem, ja, das ganze Land Juda geht dem Untergang entgegen, denn ihre Bewohner beleidigen den Herrn mit Wort und Tat, sie widersetzen sich seiner Macht und Hoheit.
Ihre Bosheit steht ihnen im Gesicht geschrieben. Ohne Hemmungen reden sie offen von ihren Sünden wie damals die Leute in Sodom. Aber das wird ihnen schlecht bekommen! Sie stürzen sich selbst ins
Unglück.
Vergeßt nicht: Wer Gott gehorcht, dem geht es gut; was er erarbeitet hat, das kann er auch genießen.
Aber wehe dem, der sich Gott widersetzt! Für seine Bosheit wird er die gerechte Strafe erhalten: Was er anderen zugefügt hat, wird er selbst zu spüren bekommen.
Ach, mein armes Volk! Merkst du nicht, was für Herrscher du hast? Sie machen mit dir, was sie wollen, und beuten dich aus, wo sie nur können. Du hast keine Anführer, sondern Verführer. Mit ihren falschen Ratschlägen verwirren sie mein Volk, und deshalb weiß niemand mehr, was gut und richtig ist.
Der Herr erhebt sich zur Gerichtsverhandlung, er steht auf, um die Völker zu richten.
Die Ältesten und die führenden Männer seines Volkes werden vorgeladen. «Ihr habt meinen Weinberg Israel geplündert», klagt der Herr sie an. «Ihr nehmt den Armen ihren letzten Besitz und füllt damit eure eigenen Häuser.
Wer gibt euch das Recht, mein Volk zu unterdrücken und die Hilflosen auszubeuten?» fragt der Herr, der allmächtige Gott.
3. Altes Testament
Jesaja Kapitel 10, Verse 1 – 3
Der Herr sagt: «Wehe denen, die Gesetze verabschieden, um andere ins Unglück zu stürzen, und Verordnungen erlassen, um andere zu unterdrücken!
Sie betrügen die Armen und Schwachen meines Volkes um ihr Recht. Kaltblütig beuten sie Witwen und hilflose Waisen aus.
Doch was wollt ihr tun, wenn die Zeit gekommen ist, in der ich euch bestrafe, wenn das Unglück von ferne über euch hereinbricht? Zu wem wollt ihr dann fliehen, bei wem Hilfe suchen? Wo wollt ihr euer ganzes Vermögen in Sicherheit bringen?
4. Altes Testament
Hesekiel Kapitel 45,
Verse 9 – 10
Ihr Herrscher Israels, seid gerecht!
«Ich, der Herr, sage zu den Herrschern Israels: Schluß mit euren Betrügereien! Beseitigt Gewalt und Unterdrückung! Tretet ein für Recht und Gerechtigkeit! Hört auf, mein Volk von seinem Grund und Boden zu vertreiben! Das befehle ich, der Herr!
Wenn ihr Israeliten etwas abwiegt, dann benutzt Waagen, die richtig eingestellt sind! Eure Maße und Gewichte sollen nicht gefälscht sein.
5. Neues Testament
Apostelgeschichte 4
Verse 8 – 22
Erfüllt vom Heiligen Geist antwortete ihnen Petrus: «Ihr Führer und Ältesten unseres Volkes!
Wir werden heute vor Gericht gestellt, weil wir einem Kranken geholfen haben.
Auf die Frage, wie der Mann hier gesund geworden ist, gibt es nur eine Antwort, und die wollen wir euch und dem ganzen Volk Israel gern geben: Daß dieser Mann geheilt wurde, geschah allein im Namen Jesu Christi von Nazareth. Er ist es, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckte.
Jesus ist der Eckstein, von dem in der Heiligen Schrift gesprochen wird und den ihr Bauleute als unbrauchbar weggeworfen habt. Er aber trägt nun den ganzen Bau.
Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringen. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt rettet sie.»
Die Mitglieder des Gerichtshofes wunderten sich darüber, wie mutig Petrus und Johannes redeten; wußten sie doch, daß es einfache Leute waren, die niemals Theologie studiert hatten. Aber sie erkannten die beiden als Jünger Jesu wieder;
und die Heilung selbst konnten sie nicht bestreiten, denn der Geheilte stand vor ihnen.
Deshalb ließen sie zunächst einmal die Angeklagten aus dem Sitzungssaal führen.
«Was sollen wir nur mit diesen Leuten anfangen?» fragten sie sich. «Daß sie in Jerusalem ein Wunder gewirkt haben, können wir nicht ableugnen. Schließlich haben das viele mit eigenen Augen gesehen.
Damit ihr Einfluß auf das Volk aber nicht noch größer wird, sollten wir ihnen streng verbieten, jemals wieder von diesem Jesus zu reden.»
Nachdem sie die Apostel wieder in den Sitzungssaal gerufen hatten, verboten sie ihnen sehr nachdrücklich, noch einmal in der Öffentlichkeit von Jesus zu reden.
Aber Petrus und Johannes antworteten nur: «Wollt ihr tatsächlich von uns verlangen, daß wir euch mehr gehorchen als Gott?
Wir können unmöglich verschweigen, was wir gesehen und gehört haben!»
Da verwarnte das Gericht die Apostel noch einmal, ließ sie jedoch frei, weil die Richter Unruhe im Volk befürchteten. Denn alle Menschen in Jerusalem lobten Gott, der durch Petrus und Johannes ein solches Wunder vollbracht hatte.
Immerhin war der Mann, an dem dieses Wunder geschah, schon über vierzig Jahre gelähmt gewesen.
6. Neues Testament
Apostelgeschichte 5
Verse 27 – 33
Die Apostel wurden in den Gerichtssaal gebracht, wo der Hohepriester sie verhörte.
«Haben wir euch nicht streng verboten, jemals wieder von diesem Jesus zu reden?» begann er. «Und doch spricht inzwischen ganz Jerusalem davon. Ihr wollt uns sogar für den Tod dieses Menschen verantwortlich machen!»
Petrus und die anderen Apostel erwiderten: «Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!
Der Gott unserer Väter hat Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen und getötet habt, von den Toten auferweckt.
Gott hat ihn durch seine Macht zum Herrscher und Retter erhoben, damit sich das Volk Israel von Grund auf ändern kann und ihm seine Sünden vergeben werden.
Das werden wir immer bezeugen und auch der Heilige Geist, den Gott allen gibt, die ihm gehorchen.»
Diese Worte versetzten die Mitglieder des Gerichtshofes in maßlose Wut, und sie beschlossen, die Apostel töten zu lassen.
7. Neues Testament
Apostelgeschichte 26,
Verse 24 – 29
(Paulus schließt seine Rede dem römischen Statthalter Festus und dem jüdischen König Agrippa mit den Worten:)
Aber Gott hat mich bewahrt, so daß ich noch heute vor allen, den Machthabern wie dem einfachen Volk, bezeugen kann, was schon die Propheten und Mose vorhergesagt haben:
daß der verheißene Messias leiden und als erster von den Toten auferstehen wird, um den Juden, aber auch den Heiden das Licht zu bringen.»
An dieser Stelle unterbrach ihn Festus erregt: «Das ist Wahnsinn, Paulus! Vor lauter Studieren hast du den Verstand verloren!»
Doch Paulus erwiderte: «Ich bin nicht wahnsinnig, Festus. Meine Worte sind wahr, und ich weiß, was ich sage.
Der König, zu dem ich in aller Offenheit spreche, kann das bestätigen. Ich bin überzeugt, daß er davon erfahren hat, denn schließlich ist das nicht in irgendeinem verborgenen Winkel der Welt geschehen.
Glaubst du den Propheten, König Agrippa? Du glaubst ihnen! Ich weiß
es.»
Jetzt sagte Agrippa: «Es fehlt nicht viel, und du überredest mich noch, ein Christ zu werden!»
«Wollte Gott», entgegnete Paulus, «daß nicht nur du, sondern alle hier über kurz oder lang Christen würden wie ich - nur ohne Fesseln!»