Title: Hat Leiden einen Sinn?
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Hat Leiden einen Sinn?

1. Altes Testament

Hiob Kapitel 4, Verse 13 – 17

und Kapitel 6, Verse 1 – 15

Es geschah in jener Zeit der Nacht, wenn man sich unruhig im Traum hin und her wälzt, wenn tiefer Schlaf die Menschen überfällt:

Da packten mich Grauen und Entsetzen; ich zitterte am ganzen Körper.

Ein Windhauch wehte dicht an mir vorüber - die Haare standen mir zu Berge!

Dann sah ich jemanden neben mir, aber ich konnte ihn nicht erkennen, nur ein Schatten war zu sehen; er flüsterte:

'Kann denn ein Mensch gerechter sein als Gott, vollkommener als sein Schöpfer?'

Da antwortete Hiob:

«Ach könnte mein Schmerz doch gewogen werden! Legte man doch mein Elend auf die Waage!

Es wiegt schwerer als der Sand am Meer, und deshalb sind meine Worte so unbeherrscht.

Der Allmächtige hat mich mit seinen Pfeilen durchbohrt, tief dringt ihr Gift in mich ein. Gott hat mich mit seinen Schrecken eingekesselt.

Kein Wildesel schreit, wenn er Gras hat; an der vollen Futterkrippe brüllt kein Stier.

Doch welcher Mensch mag ungesalzene Speise, wer schlürft schon gerne rohes Eiweiß?

Ich sträube mich, es anzurühren, denn solche Nahrung macht mich krank!

Warum schlägt Gott mir meine Bitte ab und gibt mir nicht, was ich so sehnlich wünsche?

Ich wünsche mir nur eins: daß er mich zermalmt und mir das Lebenslicht ausbläst!

Denn einen Trost hätte ich auch dann noch, Grund zum Jubeln trotz schrecklicher Schmerzen: Was der heilige Gott geboten hat, daran habe ich mich immer gehalten!

Aber meine Kraft reicht nicht mehr aus, um noch länger zu hoffen! Auf welches gute Ende soll ich geduldig warten?

Bin ich denn hart und unverwundbar wie ein Stein? Ist mein Körper kraftvoll, wie aus Erz gegossen?

Ich bin völlig hilflos und weiß nicht mehr aus noch ein!

Wer so verzweifelt ist wie ich, braucht Freunde, die fest zu ihm halten, selbst wenn er Gott nicht mehr glaubt.

Ihr aber enttäuscht mich wie die Flüsse in der Wüste, deren Bett vertrocknet, sobald kein Regen mehr fällt.

 

2. Altes Testament

Psalm 69, Verse 2 – 7 und

31 - 21

Rette mich, Gott, das Wasser steht mir bis zum Hals!

Ich versinke im tiefen Schlamm; meine Füße finden keinen Halt mehr. Die Strudel ziehen mich nach unten, und die Fluten schlagen schon über mir zusammen.

Ich habe mich heiser geschrien und bin völlig erschöpft, der letzte Hoffnungsschimmer ist erloschen. Vergeblich halte ich Ausschau nach meinem Gott.

Wie viele hassen mich ohne jeden Grund! Ich habe mehr Feinde als Haare auf dem Kopf. Sie besitzen Macht und wollen mich auslöschen. Ich soll zurückgeben, was ich nie gestohlen habe, so fordern sie lauthals von mir.

Menschen können mir nichts vorwerfen, in deinen Augen jedoch bin ich nicht ohne Schuld; du weißt besser als ich, wie blind ich war.

Herr, du gebietest über alle himmlischen Heere, und du bist Herr und Gott in Israel: Enttäusche nicht die Menschen, die dir vertrauen! Denn wenn sie sehen, daß du mich im Stich läßt, werden sie an dir verzweifeln!

Auf dem Marktplatz zerreißen sie sich das Maul über mich; und bei Zechgelagen grölen sie ihre Spottlieder.

Ich aber bete zu dir, Herr! Jetzt ist die Zeit gekommen, in der du mich erhören wirst! Antworte mir! Du hast soviel Gutes für mich bereit! Ich rechne fest mit deiner Hilfe.

Ziehe mich aus dem Sumpf heraus, laß mich nicht versinken! Rette mich vor denen, die mich hassen! Zieh mich heraus aus dem reißenden Wasser,

sonst schlagen die Fluten über mir zusammen, und der Strudel reißt mich in die Tiefe; hol mich heraus, sonst verschlingt mich der Abgrund!

Antworte mir, Herr, denn deine Güte tröstet mich! Wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen.

Verbirg dich nicht länger vor mir, ich gehöre ja zu dir! Ich weiß keinen Ausweg mehr, darum antworte mir schnell.

Komm und rette mich, damit meine Feinde das Nachsehen haben!

Du kennst die Schmach, die man mir zufügt, du weißt, wie man mich mit Hohn und Spott überschüttet. Und du kennst jeden, der mich bedrängt.

Die Schmach bricht mir das Herz, sie macht mich krank. Ich hoffte auf Mitleid, aber nein! Ich suchte Trost und fand ihn nicht!

 

3. Altes Testament

Psalm 71, Verse 5 – 9,

Verse 13 – 17 und 23 – 24

Du bist meine Hoffnung, Herr, dir vertraue ich von Kindheit an!

Ja, seit meiner Geburt bist du mein Halt. Vom ersten Tag an hast du für mich gesorgt. Darum will ich dich loben mein Leben lang.

Viele, die meine Not und mein Leiden sahen, mußten denken: Gott hat ihn verworfen! Aber du hast dich als ein machtvoller Beschützer erwiesen.

Darum will ich dich vor anderen loben, Tag für Tag will ich dich rühmen.

Verstoße mich nicht, jetzt, wo ich alt geworden bin; verlaß mich nicht, wenn meine Kräfte nun schwinden!

Nie werde ich aufhören, auf dich zu hoffen - loben will ich dich, je länger, je mehr.

Laut werde ich es sagen: Auf deine Zusagen ist Verlaß! Jeden Tag will ich erzählen, wie du aus der Not befreist; du tust viel mehr, als ich aufzählen kann!

Deine machtvollen Taten will ich rühmen, Herr, mein Gott! Du hältst Wort - das allein werde ich weitersagen!

Von Jugend auf bist du mein Lehrer gewesen, und bis heute erzähle ich von deinen Wundertaten.

 

Ich juble vor Freude, wenn ich von dir singe, denn du hast mich errettet.

Tag für Tag will ich davon reden, daß du wirklich Wort hältst. Alle, die mich ins Unglück stürzen wollten, haben es nicht geschafft. Mit Schimpf und Schande wurden sie überhäuft!

 

4. Neues Testament

1.Korintherbrief Kapitel 1

Verse 3 – 5

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet! In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so daß wir auch andere trösten können, die wegen ihres Glaubens zu leiden haben. Wir trösten sie, wie Gott auch uns getröstet hat.

Weil wir Christus gehören und ihm dienen, müssen wir viel leiden, aber in ebenso reichem Maße erfahren wir auch seine Hilfe.

 

5. Neues Testament

2.Timotheusbrief Kapitel 4,

Verse 3 – 8 und

Verse 16 - 18

Denn es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen von der wahren Lehre nichts mehr wissen wollen. So wie es ihnen gerade gefällt, werden sie sich Lehrer aussuchen, die ihnen nur das sagen, was sie gerne hören möchten.

Und weil ihnen die Wahrheit nicht gefällt, folgen sie allen möglichen phantastischen Ideen.

Doch du sollst wachsam und besonnen bleiben; laß dir nichts vormachen! Sei vielmehr bereit, für Christus zu leiden. Predige unerschrocken die Frohe Botschaft, und führe deinen Dienst treu und gewissenhaft aus.

Ich sage dir das, weil ich mit dem Todesurteil rechnen muß und mein Leben nun bald für Gott geopfert wird.

Doch ich habe mit vollem Einsatz gekämpft; jetzt ist das Ziel erreicht, und ich bin Christus im Glauben treu geblieben.

Nun hält Gott für mich auch den Siegespreis bereit: seine Gerechtigkeit. Er, der gerechte Richter, wird ihn mir am Tag des Gerichts geben; aber nicht mir allein, sondern allen, die wie ich voller Sehnsucht auf sein Kommen warten.

Bei meiner ersten Gerichtsverhandlung war niemand auf meiner Seite. Alle ließen mich allein. Gott möge ihnen verzeihen.

 

Der Herr aber war bei mir. Er hat mir Kraft gegeben, daß ich selbst an diesem Ort die Frohe Botschaft von Jesus verkündigen konnte und Menschen aus aller Welt sie hörten. Er hat mich vor dem sicheren Tod bewahrt.

Auch in Zukunft wird mir Gott in allen Gefahren beistehen und mich in sein himmlisches Reich aufnehmen. Ihm gehört für immer alle Ehre.

 

6. Neues Testament

Hebräerbrief Kapitel 5

Verse 7 – 10

Als Jesus unter uns Menschen lebte, hat er Gott, der ihn allein vom Tod retten konnte, unter Tränen und voller Verzweiflung angefleht. Und Gott erhörte sein Gebet und befreite ihn aus seiner Angst, weil Jesus den Vater ehrte und ihm gehorsam war.

Auch Jesus, der Sohn Gottes, mußte durch sein Leiden lernen, was Gehorsam heißt.

Nachdem er aber sein Opfer am Kreuz vollbracht hatte, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, zum Retter und Erlöser geworden.

Gott selbst hat ihn für uns zum Hohenpriester eingesetzt, so wie Melchisedek.

 

7. Neues Testament

Hebräerbrief Kapitel 12,

Verse 3 – 11

Vergeßt nicht, wieviel Haß und Anfeindung er von gottlosen Menschen ertragen mußte, damit auch ihr in Zeiten der Verfolgung nicht den Mut verliert und aufgebt.

Bis jetzt hat euch der Kampf gegen die Sünde noch nicht das Letzte abverlangt, euer Leben habt ihr noch nicht eingesetzt.

Trotzdem werdet ihr schon mutlos. Habt ihr denn vergessen, was Gott euch als seinen Kindern sagt: «Mein Sohn, lehne dich nicht auf, wenn Gott dich streng erzieht, und verliere nicht den Mut, wenn er dich zurechtweist.

Denn gerade weil er dich liebt, wirst du streng erzogen. Seine Schläge beweisen dir nur, daß er dich als sein Kind angenommen hat.»

Wenn ihr also leiden müßt, dann will euch Gott erziehen. Es zeigt, daß ihr wirklich seine Kinder seid. Welcher Sohn wird von seinem Vater nicht streng erzogen und auch einmal bestraft?

Viel schlimmer wäre es, wenn Gott euch anders behandeln würde. Dann nämlich wärt ihr gar nicht seine rechtmäßigen Kinder.

Außerdem: Haben uns nicht auch unsere leiblichen Väter gestraft, und wir haben sie trotzdem geachtet? Wieviel mehr müßten wir dann die Erziehung unseres göttlichen Vaters annehmen, der uns ja für das ewige Leben erzieht.

Unsere leiblichen Väter haben uns eine bestimmte Zeit erzogen, wie sie es für richtig hielten. Gott aber weiß wirklich, was zu unserem Besten dient. Wir sollen ihm als seine Kinder ähnlich werden.

Nun freut sich allerdings niemand darüber, wenn er gestraft wird; denn Strafe tut weh. Aber später wird sich zeigen, wozu das alles gut war. Wer auf diese Weise den Gehorsam lernte, der hat gelernt, im Frieden Gottes und nach seinem Willen zu leben.

 



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