1. Altes Testament
Hiob Kapitel 29, Vers 2 bis
Kapitel 30, Vers 1 und
Kapitel 30, Verse 16 - 31
Hiob fuhr fort: «Wäre mein Leben doch wieder wie früher, wie in jenen Tagen, als Gott mich noch bewahrte,
als sein Licht noch meine Wege erleuchtete und ich in seinem Licht durchs Dunkle ging!
Ja, damals, in der Blüte meines Lebens, da zog Gott mich ins Vertrauen, der Segen seiner Freundschaft stand über meinem Haus.
Er, der Allmächtige, war bei mir, und meine Kinder waren um mich her.
Milch und Butter hatte ich im Überfluß, aus der Olivenpresse im Felsen floß das Öl in Strömen!
Wenn ich zum Stadttor hinaufging, um dort im Rat meinen Platz einzunehmen,
dann traten die jungen Leute ehrfürchtig zur Seite, die Alten erhoben sich und blieben stehen.
Fürsten hörten auf zu reden, ihr Gespräch verstummte, wenn ich kam.
Selbst die einflußreichen Leute wurden still und hielten ihre Zunge im Zaum.
Jeder, der mich hörte, wußte nur Gutes von mir zu sagen, und wer mich sah, der lobte mich.
Denn ich rettete den Armen, der um Hilfe schrie, und das Waisenkind, das von allen verlassen war.
Dem Sterbenden stand ich bei, er wünschte mir Segen; der Witwe half ich, und sie konnte wieder fröhlich singen.
Ich bekleidete mich mit Gerechtigkeit, hüllte mich ins Recht wie in einen Mantel, trug es wie einen Turban.
Meine Augen sahen für den Blinden, meine Füße gingen für den Lahmen.
Den Armen wurde ich ein Vater, und den Streitfall eines Unbekannten prüfte ich genau.
Einem brutalen Menschen stellte ich mich entgegen, ich schlug ihm den Kiefer ein und riß die hilflosen Opfer aus seinem Maul.
Ich dachte: 'Im Kreise meiner Familie werde ich einmal sterben nach einem langen und erfüllten Leben.'
Ich gleiche einem Baum, der seine Wurzeln zum Wasser streckt; auf seine Zweige legt sich nachts der Tau.
Meine Würde werde ich nicht verlieren, so dachte ich, bis ins hohe Alter bleibt mir die Kraft erhalten.
Ja, auf mich hörten alle Leute, sie warteten schweigend auf meinen Rat.
Nach mir sprach kein zweiter mehr; meine Worte sogen sie auf.
Sie warteten auf mich wie auf den Regen, lechzten nach meinen Worten wie Felder nach den Frühjahrsschauern.
Den Mutlosen lächelte ich aufmunternd zu, und mein froher Blick gab ihnen neue Zuversicht.
Ich traf für sie Entscheidungen und saß unter ihnen wie ihr Oberhaupt, ja, ich thronte wie ein König inmitten seiner Truppen; ich gab ihnen Trost in ihrer Trauer.» «Und jetzt? Jetzt lachen sie mich aus - sie, die jünger sind als ich; ihre Väter hätte ich nicht einmal für wert geachtet, sie zu den Hunden meiner Herde zu stellen!
Mein Leben verrinnt, das Elend hat mich fest im Griff.
Bohrende Schmerzen rauben mir den Schlaf, sie nagen an mir Nacht für Nacht.
Mit gewaltiger Kraft hat Gott mich am Gewand gepackt und schnürt mich ein wie ein zu enger Kragen.
Er wirft mich in den Schmutz, ich bin zu Staub und Asche geworden.
Ich schreie um Hilfe, o Gott, aber du antwortest nicht; ich stehe vor dir, doch du würdigst mich keines Blickes.
Du bist mein grausamer Feind geworden, mit aller Kraft greifst du mich an!
Du wirbelst mich empor in die Luft, treibst mich vor dem Sturm dahin und zerschmetterst mich dann mit lautem Krachen.
Ja, ich weiß: Du willst mich zu den Toten bringen, hinunter in das Haus, wo alle Menschen sich versammeln.
Doch wer unter Trümmern verschüttet wurde, streckt die Hand nach Rettung aus; schreit man nicht im Unglücksfall um Hilfe?
Habe ich nicht damals über die geweint, die ein schweres Los zu tragen hatten? Ich hatte Mitleid mit den Armen!
Und so erwartete ich Gutes, doch das Unglück kam! Ich erhoffte das Licht, doch es kam die Dunkelheit.
Mein Inneres ist aufgewühlt, ich finde keine Ruhe, die Tage des Elends haben mich eingeholt.
Meine Haut ist schwarz geworden, doch nicht von der Sonnenglut. In der Versammlung stehe ich auf und schreie laut um Hilfe.
Mein Heulen klingt wie das der Schakale, wie das Schreien der Strauße.
Meine Haut ist schwarz geworden und schält sich, das Fieber glüht in meinem Körper.
Meine Laute spielt ein Trauerlied, meine Flöte eine Melodie der Klage.»
2. Altes Testament
Psalm 1, Verse 1 - 3
Glücklich ist, wer nicht lebt wie Menschen, die von Gott nichts wissen wollen. Glücklich ist, wer sich kein Beispiel an denen nimmt, die gegen Gottes Willen verstoßen. Glücklich ist, wer sich fern hält von denen, die über alles Heilige herziehen. Glücklich ist, wer Freude hat am Gesetz des Herrn und darüber nachdenkt - Tag und Nacht.
Er ist wie ein Baum, der nah am Wasser steht, der Frucht trägt jedes Jahr, und dessen Blätter nie verwelken. Was er sich vornimmt, das gelingt.
3. Altes Testament
Psalm 6, Verse 3 – 4 und
7 – 10
Hab Erbarmen mit mir, Herr, ich kann nicht mehr! Gib mir wieder Kraft und neuen Mut, ich bin völlig erschöpft!
Ich weiß weder aus noch ein. Herr, wie lange willst du noch zusehen?
Ach, ich bin müde vom Stöhnen. Nachts weine ich wie ein Kind, bis die Kissen durchnäßt und meine Augen ganz verquollen sind. Daran sind nur meine Feinde schuld, sie haben mich in die Enge getrieben.
Niederträchtig und gemein seid ihr! Verschwindet, denn der Herr hat meine Tränen gesehen!
Er hat mein Schreien gehört und mein Gebet angenommen.
4. Altes Testament
Psalm 18, Verse 4 – 7
Und 28, Verse 1 – 2/6 – 9
Ich preise dich, Herr! Wenn ich zu dir um Hilfe rufe, dann werde ich vor meinen Feinden gerettet.
Ich war in Lebensgefahr, der Tod drohte mich zu verschlingen wie eine mächtige Woge.
Hilflos mußte ich zusehen, wie die tödliche Falle schon zuschnappte.
In äußerster Verzweiflung schrie ich zum Herrn. Ja, zu meinem Gott rief ich um Hilfe. Da hörte er mich in seinem Tempel, mein Notschrei drang durch bis an sein Ohr.
Nur bei dir, Herr, finde ich Schutz, darum rufe ich zu dir. Hülle dich nicht in Schweigen! Wenn du mir die Hilfe verweigerst, werde ich bald sterben und unter der Erde liegen.
Höre, ich flehe dich an, ich schreie zu dir und hebe die Hände zum Gebet empor. Nach Jerusalem wende ich mich, dorthin, wo dein Heiligtum steht.
Lobt den Herrn, denn er hat meinen Hilfeschrei gehört!
Er hat mir neue Kraft geschenkt und mich beschützt. Ich habe ihm vertraut, und er hat mir geholfen. Jetzt kann ich wieder jubeln! Mit meinem Lied will ich ihm danken.
Der Herr beschützt sein Volk, er verteidigt und rettet seinen auserwählten König.
Herr, hilf deinem Volk! Segne uns, denn wir gehören zu dir. Führe uns wie ein Hirte und sorge allezeit für uns!
5. Altes Testament
Psalm 77
Ich rufe zu Gott, ja ich schreie immer wieder, damit er mich endlich hört.
Ich habe große Angst und sehe keinen Ausweg mehr. Unaufhörlich bete ich zu Gott - sogar in der Nacht strecke ich meine Hände nach ihm aus. Ich bin untröstlich.
Wenn ich an Gott denke, fange ich an zu seufzen; grüble ich über meine Lage nach, so verliere ich allen Mut.
Ich kann nicht schlafen, weil er mich wach hält; die Unruhe treibt mich umher, ich finde keine Worte mehr.
Ich erinnere mich an frühere Zeiten, an Jahre, die längst vergangen sind,
als ich beim Spiel auf der Harfe noch fröhlich sein konnte. Jede Nacht grüble ich nach; das Herz wird mir schwer, weil meine Gedanken immer um die gleichen Fragen kreisen:
Hat der Herr uns für alle Zeiten verstoßen? Wird er nie wieder freundlich zu uns sein?
Ist seine Gnade für immer zu Ende? Gelten seine Zusagen nicht mehr?
Hat Gott vergessen, uns gnädig zu sein? Warum verschließt er uns im Zorn sein Herz?
Das ist es, was mich am meisten schmerzt: Gott, der Höchste, verhält sich jetzt anders als vorher - er setzt sich nicht mehr für uns ein!
Ich erinnere mich an deine großen Taten, Herr, und denke an die Wunder, die du einst vollbracht hast.
Ich führe mir vor Augen, was du getan hast, immer wieder mache ich es mir bewußt.
O Gott, heilig ist alles, was du tust. Kein anderer Gott ist so mächtig wie du!
Du allein bist der Gott, der Wunder vollbringt; du hast die Völker deine Macht spüren lassen.
Mit starker Hand hast du dein Volk aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit, die Nachkommen Jakobs und Josefs.
Als dich die Wasserfluten sahen, begannen sie zu brodeln, sogar die Tiefen des Meeres erzitterten.
Aus den Wolken goß strömender Regen, gewaltige Donnerschläge krachten, und deine Blitze durchzuckten die Luft.
Ja, im Sturm donnerte deine Stimme; grelle Blitze erhellten die Erde, sie zitterte und bebte.
Du bahntest dir einen Weg mitten durch das Meer. Dein Pfad führte durch mächtige Fluten, doch deine Spuren konnte niemand erkennen.
Durch Mose und Aaron, deine Diener, hast du dein Volk wie ein Hirte geführt.
6. Neues Testament
Matthäus Kapitel 6,
Verse 25 – 28
Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euren Lebensunterhalt, um Essen, Trinken und Kleidung. Leben bedeutet mehr als nur Essen und Trinken, und der Mensch ist mehr als seine Kleidung.
Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, daß er sich um euch noch viel mehr kümmert?
Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben auch nicht um einen Augenblick verlängern.
7. Neues Testament
Matthäus Kapitel 7,
Verse 3 – 5 / 7 – 8
Denn so wie ihr jetzt andere verurteilt, werdet auch ihr verurteilt werden. Und mit dem Maßstab, den ihr an andere legt, wird man euch selber messen.
Du regst dich auf über die kleinen Schwächen deines Bruders und erkennst nicht deine eigene, viel größere Schuld.
Du sagst: 'Mein Freund, komm her! Ich will dir die Augen für deine Fehler öffnen!' Dabei bist du blind für deine eigene Schuld.
Du Heuchler! Kümmere dich zuerst um deine Fehler, dann versuche, deinem Bruder zu helfen.
«Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, dann wird euch die Tür geöffnet!
Denn wer bittet, der wird bekommen. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet.
8. Neues Testament
2.Korintherbrief Kapitel 1,
Verse 3 – 5
Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater voller Barmherzigkeit, der Gott, der uns in jeder Not tröstet! In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so daß wir auch andere trösten können, die wegen ihres Glaubens zu leiden haben. Wir trösten sie, wie Gott auch uns getröstet hat.
Weil wir Christus gehören und ihm dienen, müssen wir viel leiden, aber in ebenso reichem Maße erfahren wir auch seine Hilfe.
9. Neues Testament
Kolosserbrief Kapitel 3
Verse 9 – 10
Hört auf, euch gegenseitig zu belügen. Ihr habt doch euer früheres Leben mit allem, was dazugehörte, wie alte Kleider abgelegt.
Zieht jetzt neue Kleider an, denn ihr seid neue Menschen geworden! Laßt euch von Gott erneuern. So entsprecht ihr immer mehr dem Bild, nach dem Gott euch geschaffen hat.