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|  Heidi Junghardt
47 Jahre alt
Historikerin
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| Schwere Depression

Vierzig Jahre lang glaubte ich, daß ich nur dann eine Lebensberechtigung habe, wenn ich lieb und angepaßt bin und mir durch Leistung einen Platz in der Gesellschaft erkaufe. Wieviel Mühe mir dieses Leben gemacht hat, kann ich heute erst so richtig begreifen: ich durfte nicht Nein sagen, denn dann wäre ich nicht „lieb“ gewesen. Ich mußte immer gute Leistungen vorlegen, um die Chance geliebt zu werden nicht zu verpassen. Letztendlich wußte ich gar nichts über mich und meine Bedürfnisse. Auch was Liebe wirklich bedeutet, war mir nicht klar. Ich setzte Liebe mit Leistung erbringen gleich. Ich fühlte mich einsam, wußte nicht wer ich war und versuchte mich immer an anderen auszurichten und es ihnen recht zu machen. Das Ende war dann eine schwere Depression.
Seit 1995 glaube ich an Jesus und ich weiß, daß ich ein von Gott gewollter und geschaffener Mensch bin. Ich weiß, daß Er mich mit viel Liebe erschaffen hat, mir besondere Gaben und Fähigkeiten schenkte und daß ich gar nichts tun muß, Er liebt mich einfach um meiner Selbst willen. Als ich das endlich kapiert hatte, war es eine nicht zu beschreibende Erleichterung für mich. Die Jagd auf die Anerkennung durch andere Menschen hörte auf. Ich mußte mich nicht weiter um Liebe bemühen, ich werde geliebt. Und das allerbeste: ich werde auch geliebt, wenn ich Fehler macht. Ich darf Fehler machen! Eine unglaubliche Last fiel von meinen Schultern und ich habe aufgehört, ständig an mir herumzunörgeln. So lange ich auf dieser Welt lebe, ist Jesus immer an meiner Seite: ich bin nie mehr alleine. Das hat mir eine große Sicherheit und Freiheit gegeben und mir geholfen, meine vielen Ängste zu überwinden.
Wie es dazu kam?
Ich besuchte im November 1994 eine Bibelausstellung und erfuhr dort interessante Dinge über die Bibel. Als Begleitmaterial bekam ich – neben anderen Dingen – eine als Luftpostbrief aufgemachte Informationsbroschüre über die Bibel unter dem Titel: Ein Liebesbrief an dich. Ganz am Ende fand ich eine bedenkenswerte Aufforderung: Der Tag hat 96 Viertelstunden und eine davon sollte ich Gott schenken und in der Bibel lesen. Diesem Rat bin ich noch am selben Tag gefolgt und lese von diesem Tag an regelmäßig in der Bibel und habe sie schon viermal komplett durchgelesen. Die Bibel wurde zu meiner Begleitung. Das Leben mit der Bibel ist mir so wichtig wie essen, trinken und Zähne putzen. Ich habe durch kritisches Prüfen erfahren, daß die Bibel wirklich und wahrhaftig lebendiges Wort Gottes ist und mir in meiner persönlichen Lebensbewältigung konkret hilft.
Daneben erfuhr ich aber die Begleitung durch Menschen, die auch an Jesus glauben. Ihre Fürsorge und Liebe für mich, aber auch ihr Vorbild und ihre Erzählungen über das, was sie mit Jesus erlebt haben, war ebenfalls sehr wichtig für mich.
Für mich ist die Bibel wirklich ein Liebesbrief Gottes an mich.
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