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|  Jürgen Nierhaus
46 Jahre, geschieden
z.Zt. arbeitslos und in beruflicher Fortbildung
liebt Musik, Bücher und menschliches Miteinander
besondere Kennzeichen: kein Fernseher; Fahrradfahrer
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| Positives Denken

Früher glich mein Leben einer Jagd nach dem Glück. Alles lief unter der Maxime: Ich bin mein eigener Herr und tue, was ich will - ob es nun wechselnde Partnerschaften waren, berufliche oder andere Aktivitäten. Es war mir besonders wichtig, sehr belesen und besser informiert zu sein als andere und zwar in jeder Hinsicht: ich fühlte mich dann gut, wenn ich selbst in den Fachgebieten anderer noch mitreden konnte und über die Hintergründe des Zeitgeschehens immer noch etwas mehr zu sagen wußte.
Nachdem ich in meiner Lebensführung etwas solider wurde und geheiratet hatte, begann ich im Beruf ungeheuren Ehrgeiz zu entwickeln, der weit über meinen Schreibtisch hinaus führte. Motiviert durch "Positives Denken" suchte ich ständig nach neuen Verbesserungsvorschlägen, um mir einen Namen zu machen. Dabei gelangen mir auch Vorschläge, die in den Geschäftsführungsbereich gehörten. Da ich unbedingt "nach oben" wollte, es mir aber nicht schnell genug ging und ich mich nicht genug beachtet fühlte, machte meine Arroganz auch vor hohen Vorgesetzten keinen Halt. Ich machte mich schließlich selbständig, um nicht mehr von anderen abhängig zu sein - schließlich wollte ich Erfolg um jeden Preis. Obwohl ich durch das "Positive Denken" hundertprozentig überzeugt war, erfolgreich zu werden, führte mich das Leben einen anderen Weg. Nichts klappte, wie ich es wollte, ich mußte meine Selbständigkeit - mit einem Berg Schulden im Gepäck - aufgeben.
Dann fand ich - trotz aller Bemühungen - auch keine Arbeit mehr, schließlich scheiterte auch meine Ehe noch. Durch einen Autounfall, bei dem ich den sicheren Tod schon vor Augen hatte, mir aber völlig überraschend nichts zustieß, wurde ich nachdenklich. Ich wollte nun unbedingt wissen, ob die Bibel auch glaubwürdig ist und prüfte sie lange und eingehend nach allen möglichen Kriterien. Trotz aller Skepsis war das Ergebnis verblüffend. Die Glaubwürdigkeit der Bibel steht geradezu wie ein Fels im Meer der Zeit. Obwohl der Glaube auf den ersten Blick eine Zumutung für den Intellekt zu sein scheint, konnte ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen.
So begann ich zuerst sehr zögernd, mich persönlich mit dem Glauben an Jesus Christus auseinanderzusetzen. Je mehr ich mich darauf einließ, fand ich bestätigt, was ER über sich sagt: ICH bin der Weg, die 'Wahrheit und das Leben, der einzige Weg zu Gott. Nun vertraute ich IHM mein Leben völlig an. ER erfüllte mich mit einer tiefen, nie gekannten Freude und ebenso mit einem tiefen Frieden. Es war für mich so, als wäre ich nach langer Irrfahrt endlich nach Haus gekommen. Mein innerer Mensch, der an verschiedenen Verletzungen zu leiden hatte - letztlich aber an seinem egozentrischen Wesen krankte - wurde mehr und mehr heil. So muß ich nicht mehr dauernd im Mittelpunkt stehen, kann mich ein- bzw. unterordnen, und für die Belange anderer Menschen einsetzen. Ich denke, daß wir als Christen die "Gute Nachricht" nur dann glaubwürdig weitersagen können, wenn wir selbst glaubwürdig leben - ein Anspruch, an dem ich als Mensch verzweifeln müßte, wenn der Glaube nur eine fromme Fiktion wäre und nicht geschenktes neues Leben aus Gottes Hand.
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